Kolbermoor – Vier Kolbermoorer Stadträte, die erstmalig vor sechs Jahren in den Stadtrat gewählt wurden, schilderten bei der Veranstaltung „Neu im Kolbermoorer Stadtrat“ ihre Erfahrungen. Auf Einladung der Aktionsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (afa) in der evangelischen Kirche kamen ins Gemeindehaus: Josef Krug (CSU), Tobias Wudy (SPD), Anna-Lena Rosner (Bündnis 90/Die Grünen) und Stefan Reischl (Parteifreie).
Neben zahlreichen Besuchern und Stadträten waren Bürgermeister Peter Kloo, Dritte Bürgermeisterin Dagmar Levin (beide SPD) und Vize-Bürgermeister Dieter Kannengießer (Parteifreie) anwesend.
afa-Sprecherin Agathe Lehle moderierte den Abend. Auf Lehles Frage nach den Erwartungen beim Einzug ins Gremium meinte Krug „mir gingen manche Entscheidungsprozesse zu langsam voran“. Wudy und Rosner sahen ihre Vorstellungen größtenteils erfüllt. Reischl sagte: „Ich vermisse immer das Bürgerinteresse an den Stadtratssitzungen.“
Wudy und Reischl bemerkten den bisweilen rauen Ton unter den Mitgliedern und Rosner meinte, man bräuchte ein „dickes Fell“, um konstruktiv arbeiten zu können. Aber: Alle vier bekräftigten den kollegialen Umgang.
Einen Fraktionszwang verneinten sie, immer wieder gäbe es parteiübergreifende Entscheidungen. Den Zeitaufwand für Einarbeitung zu neuen Themen, Vorbereitung auf Tätigkeiten in den Ausschüssen, die Ortsbegehungen und die Stadtratssitzungen bezifferten alle bei fast zehn, manchmal auch 20 Stunden pro Woche. Als Schwerpunkte künftiger Arbeit bezeichneten alle die Wahrung des sozialen Friedens in der Stadt, bürgerfreundliche Verkehrspolitik für Auto-, Radfahrer und für Fußgänger sowie Ausbau des Stadtbus-Angebotes als Beitrag zum Klimaschutz.
Krug, Wudy und Reischl stellen sich im März erneut zur Wahl. „Wir wollen Kolbermoor mitgestalten“, sagten sie. Rosner hätte sehr gerne wieder kandidiert: „Die Arbeit als Jugendbeauftragte erfüllte mich“ – doch ein Ortswechsel nach dem Studium zeichne sich ab.