Mit dem Herzen bei der Arbeit

von Redaktion

Stephanie Weber (43) ist neue Sozialpädagogin im Bürgerhaus

Kolbermoor – Stephanie Weber ist die neue Sozialpädagogin im Bürgerhaus. Seit September unterstützt sie Dagmar Badura bei den vielen Angeboten, die wöchentlich im Kolbermoorer Bürgerhaus stattfinden.

Fensterln im

Bürgerhaus

„Bei dieser Arbeit geht mir das Herz auf“, sagt die 43-jährige Kolbermoorerin, die vorher an der Hochschule München tätig war. Das Besondere ist für die Sozialpädagogin die Vielfalt des Tätigkeitsbereichs, sagt sie. Und so unterstützt sie beispielsweise Dagmar Badura bei der Programmauswahl sowie der Umsetzung neuer Ideen.

Erst kürzlich kam Badura der Gedanke „Sitztanz“ anzubieten. So hat sie sich auf Youtube ein Video angeschaut und die Idee gleich auf den Weg gebracht. Denn: Das berührt Seele und Körper, sind sich die beiden einig. Das neue Angebot startet im März.

Des Weiteren hat Stephanie Weber des Öfteren „Einzelfallarbeit“, wie es im Fachjargon heißt. Das bedeutet, dass sie sich Zeit für hilfesuchende Senioren nimmt, die beispielsweise bei der Kolbermoorer Tafel auf sie zukommen und ihr von ihren Sorgen und Nöten berichten.

„Ich versuche dann, ihnen zu helfen.“ Das Schöne sei, dass man sich auch die Zeit für die Sorgen der Senioren nehmen kann, erzählt sie. „Bei anderen Arbeitgebern habe man maximal eine halbe dafür Stunde Zeit“, sagt sie. Das sei im Bürgerhaus anders: „Man kann die Senioren an die Hand nehmen und gemeinsam nach Lösungen suchen.“ Das mache die Arbeit so wertvoll.

Ebenso hebt die Sozialpädagogin hervor, dass die Arbeit so nah am Bürger sei. Das zeigt sich beispielsweise daran, dass einige Senioren an das Bürofenster des Bürgerhauses klopfen, um nur mal kurz zu ratschen, wenn sie an der Mangfall spazieren gehen. „Ja, fensterln im Bürgerhaus“, sagt Badura und lacht.

Das sei wichtig, denn „man muss sich immer fragen wie man die Senioren erreicht und motiviert“, so Weber. Und das gelinge unter anderem dadurch, dass jemand vor Ort ist – im Bürgerhaus. Es sei wie eine Familie. Und zu einer Familie gehören auch Jüngere. Dieser Part sei ebenso wichtig, dass die Senioren auch mit Kindern und Jugendliche in Kontakt kommen. Das passiert unter anderem bei dem Projekt mit den Mosaikbänken, wenn die Firmlinge zum Kaffeenachmittag kommen oder eine Schülerpraktikantin vor Ort ist.

Mitten in der Nacht

Bewerbung geschickt

„Die Arbeit macht wirklich Riesenspaß.“ Und sie ist froh, dass sie sie gefunden hat. Denn eigentlich wollte sie gar keinen neuen Job. Dennoch schaute sie sich im Sommer im Internet um, und entdeckte die Stellenausschreibung der Diakonie fürs Bürgerhaus in Kolbermoor. „Ich habe prompt hingeschrieben.“ Und prompt erhielt sie morgens um 5 Uhr eine Antwort. Und, welche Angebote würde sie im Bürgerhaus wahrnehmen, wenn sie alt wäre? „Alles“, sagt sie und lacht.

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