Kolbermoor – Die Stadt Kolbermoor will nochmal das Gespräch mit dem Investor suchen. Denn sein Antrag, an der Farrenpointstraße zwei Mehrfamilienhäuser mit 32 Wohnungen samt Tiefgarage zu bauen, wurde in dieser Form jetzt im Bauausschuss abgelehnt.
Der Grund: 490 Quadratmeter Baugrund stehen für eines der Häuser zur Verfügung. Das Haus soll nach den Plänen eine Grundfläche von 489,98 Quadratmetern haben. Das andere Gebäude hat eine Grundfläche von 495,44 Quadratmetern – die zur Verfügung stehende Baufläche beträgt 505 Quadratmeter.
Das bezeichnete Bürgermeister Peter Kloo als „fantasievolle Ausreizung“. „Es wird bis auf den letzten Zentimeter ausgereizt“, ärgerte sich Dagmar Levin (SPD) und Sigrid Kumberger (SPD) brachte es auf den Punkt: Die Gebäude wurden „reingepresst“.
Thomas Beer von der Bauverwaltung sagte: „Die Pläne sind bebauungskonform.“ Daraufhin erklärte Markus Schiffmann (CSU): „Uns fehlt ein objektiver Ablehnungsgrund, es wurde alles eingehalten, was im Bebauungsplan möglich ist.“ Das sah Levin anders: „Nein, er soll so bauen, wie wir es haben wollen.“ Das heißt im Klartext: Nicht so eng.
Daneben wurde auch über die Stellplätze diskutiert: Für die 32 Wohnungen müssen 64 Pkw-Stellplätze zur Verfügung stehen – laut Stellplatzsatzung der Stadt. Allerdings soll eine neue Stellplatzsatzung, die im Februar auf die Tagesordnung kommen soll, auf den Weg gebracht werden.
Um die Anzahl von 64 Stellplätzen gewährleisten zu können, sollen 18 davon Duplex-Garagen-Stellplätze sein.
Der Kolbermoorer Rathauschef sagte daraufhin „Duplex ist Murks“, deshalb wolle man nochmal auf den Eigentümer zugehen und ihm ein „vernünftiges Mobilitätskonzept“ vorschlagen – als Beispiel nannte Kloo „Carsharing-Modelle mit anzubieten“.
Im Hinblick auf Duplex-Stellplätze lieferte Levin ein konkretes Beispiel: „Mutti-Vans passen da nicht rein.“ Auch Stefan Reischl (Parteifreie Kolbermoor) war der Ansicht, dass „Duplex-Garagen in der Praxis nicht funktionieren“. Er sei mit dieser Lösung „nicht glücklich“.
Das Gremium des Bauausschusses kam auch auf „Stellplätze im Erdgeschoss“ zu sprechen. Der Rathauschef sagte daraufhin, dass das zur Folge hätte, dass man weniger Quadratmeter für Wohnraum zur Verfügung hätte. Darüber hinaus stellte er noch die Frage „wo man die Räder hinstellen könne?“ Dieser Plan habe einfach „keine hohe Qualität mehr“.