Weniger Gläubige, weniger Räume?

von Redaktion

Neubau oder Sanierung: Pfarrzentrum soll für die Zukunft aufgestellt werden

Kolbermoor – Wie geht es mit dem Pfarrzentrum Wiederkunft Christi weiter? Neubau oder eine Sanierung? Das sollen jetzt Arbeitsgruppen eruieren. Denn klar ist: Das Gebäude-Ensemble, zu dem unter anderem der Pfarrhof, das Pfarrheim, die Betreuungseinrichtungen für Kinder und die Mesner-Wohnung gehören, ist in die Jahre gekommen.

So ist beispielsweise das Pfarrheim 1970 gebaut worden. Und summa summarum sei eine „große Sanierung notwendig“, sagt Verwaltungsleiterin Ursula Haberkorn auf Anfrage unserer Zeitung. „Es ist ein Riesen-Projekt.“

Pfarrheim
ist marode

Ausgangspunkt sei das Pfarrheim: Im Untergeschoss ist die große Turnhalle, die insbesondere von der Tischtennis-Abteilung des SV-DJK genutzt wird. Obendrein befindet sich dort der Jugendclub. Im Erdgeschoss sind unter anderem ein Gruppenraum und die Pfarrer-Klaas-Stube untergebracht. Genutzt wird das Pfarrheim beispielsweise für Firmvorbereitungen, zur Seelsorge, Erwachsenenbildung sowie von der Katholischen Landjugendbewegung und der Kolbermoorer Volkshochschule.

Zusammenlegung
von Räumen möglich

Haberkorn nennt die Mängel: So seien die Wände feucht, das Trinkwassersystem müsste dringend erneuert werden, die Duschen sind bereits seit 2019 nicht mehr zugänglich. Obendrein sei „alles sehr dunkel, es müsste heller gestaltet werden“.

Darüber hinaus muss das Brandschutzkonzept neu überdacht werden. Obendrein werde gerade „die Trinkwasserversorgung in der Kita erneuert – eine dringende Maßnahme“.

Auch das Ordinariat ist in Kenntnis gesetzt worden. „Der Bedarf wird gesehen, aber eine Sanierung stehe nicht auf der Liste. Denn man solle in die Zukunft blicken.“ Das heißt konkret: „Wie soll das Areal in zehn bis 20 Jahren aussehen?“, so Haberkorn.

Kurz: Es könnten Räume von Wiederkunft Christi und Heilige Dreifaltigkeit zusammengelegt werden, beispielsweise Firmgruppen. Sie verweist auch darauf, dass immer mehr „junge Kolbermoorer aus der katholischen Kirche austreten. 180 sind es im Jahr“, sagt sie. Das hat Folgen: „Da aufgrund rapide sinkender Kirchensteuermittel keine Förderung durch die Diözese in ausreichender Form mehr möglich sein wird, ist die Stadtkirche bei der anstehenden Frage nach Sanierung beziehungsweise Neubau wohl weitgehend auf sich alleine gestellt“, so Haberkorn.

Bereits jetzt würde man für Zwecke des Gebäudeunterhalts zu einem Teil auf Rücklagen zurückgreifen. Heißt das dann auch, dass bei den sinkenden Zahl der Kirchensteuer zahlenden Katholiken, weniger Räume angedacht sind? „Das wissen wir noch nicht.“

Zunächst müsse also der Bedarf geklärt und Ideen sollen entwickelt werden. Das soll in den Arbeitsgruppen passieren. Was heißt das konkret? Natürlich werde beispielsweise die Turnhalle seitens des Sports „stark genutzt“, so Haberkorn.

„Aber ist das eine kirchliche Aufgabe?“, fragt sie und liefert ihre Antwort gleich mit: „Nein eine kommunale.“ Jetzt solle genau erörtert werden, wie das Zentrum Wiederkunft Christi künftig aussehen soll. Einen zeitlichen Rahmen gibt es nicht. Aber Haberkorn sagt, dass es in den nächsten fünf bis zehn Jahren auf den Weg gebracht werden soll.

Pfarrversammlung und Ehrenamtsdank: Diskussion über anstehende Veränderungen

Über die Veränderungen hat die katholische Stadtkirche – das Seelsorgsteam um Pfarrer Maurus Scheurenbrand und Verwaltungsleiterin Ursula Haberkorn – auch bei der Pfarrversammlung im Pfarrsaal von Wiederkunft Christi, bei der auch den Ehrenamtlichen gedankt wurde, gesprochen. In der Diskussionsrunde überwog bei fast allen Wortmeldungen die Bereitschaft, den Mittelpunkt des pfarrlichen Lebens im Kolbermoorer Süden nicht aufzugeben. Verschiedene Ideen zur möglichen Finanzierung eines Neubaus wie die Vermietung von Teilwohnungen im Rahmen des sozialen Wohnungsbaues, Erbpachtvergaben oder neue, sparsamere Modelle wurden in den Raum gestellt. Das Seelsorgsteam nahm die Vorschläge auf und im Rahmen eines Arbeitskreises sollen sie auf ihre Machbarkeit hin überprüft werden. Anhand der Austrittszahlen leiteten die Anwesenden verschiedene Folgerungen ab. „Man muss den Menschen aufzeigen, wie sehr sich die Kirche vor Ort sozial und kulturell engagiert“, bemerkte ein Redner. Auch die Bedeutung der Räumlichkeiten für die Vereine – „die den Eigenbetrieb der Pfarrei deutlich übersteigt“ – wurde herausgestellt. Kirchenmusiker Gerhard Franke wies auf eigene Recherchen zur Gestaltung des Bauetats der Diözese und zu den Kirchensteuereinnahmen hin. Der Kirchenmusiker zeigte sich kämpferisch: „Wenn vom Ordinariat hier Baupolitik gemacht wird, müssen wir eben auch Politik machen und dürfen nicht klein beigeben.“ sel

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