Zum Artikel „Jetzt muss der Planer ran – Stadtrat stellt Weichen für ,In der Schwaig‘“, erschienen im Lokalteil:
Wertvolle Landwirtschaftliche Nutzfläche nicht verbauen: Vor kurzem wurde im Stadtrat einstimmig beschlossen, eine wertvolle sieben Hektar große landwirtschaftliche Nutzfläche zwischen Brünnsteinstraße und Rothbachl als Baugrund zu erschließen. Bund Naturschutz und Bayerischer Bauernverband fordern schon lange, dass der noch vorhandene Bestand an landwirtschaftlicher Nutzfläche dauerhaft erhalten werden und der immense Flächenverbrauch in Bayern von 11,7 Hektar pro Tag endlich gestoppt werden muss.
In wenigen Jahren soll jetzt dieses von der Stadt Kolbermoor erworbene Areal als Gewerbe- und Wohnfläche bebaut werden, mit „Abstandsgrün“ in den Bereichen, die wegen Wasserabfluss nicht überbaut werden dürfen.
Niemand spricht mehr davon, dass das gesamte Gelände im potenziellen Überschwemmungsbereich der Mangfall liegt und man inzwischen davon ausgehen kann, dass bei extremen Wetterereignissen auch der neugeschaffene Hochwasserschutz für HQ 100 nicht ausreichen wird. Nicht nur deshalb sollten Flächen wie diese unversiegelt bleiben.
Andere Städte kaufen beispielsweise landwirtschaftliche Flächen, um diese ihren Bürgern als Mietäcker und Gemeinschaftsgärten auch im Rahmen einer „Solidarische Landwirtschaft“ zur Verfügung zu stellen. Verantwortungsvolle Politiker sollten sich angesichts drastischer Klimaveränderungen auch Gedanken in diese Richtung machen und nicht die Bauwut noch beschleunigen.
Katharina Meidinger
und Klaus Dehler
Bund Naturschutz
Kolbermoor