Personifizierte Weltoffenheit

von Redaktion

Kolbermoorer CSU ehrt bei Neujahrsempfang Stützen verschiedener Vereine

Kolbermoor – Claudia Beutl war zwar nur eine der vier Geehrten auf dem Neujahrsempfang der Kolbermoorer CSU im Mareis-Ssaal, dennoch darf man sie hervorheben. Denn Inhalt dieser Feier für die Vereine ist die Würdigung des Ehrenamtes – und hier hat die Jugendleiterin der Mangfalltaler durchaus Beispielcharakter.

Von Rügen an
die Mangfall

Claudia Beutl stammt aus Kap Arkona auf Rügen. Weshalb man sagen kann: Mehr Nordlicht geht kaum. Andererseits sind Trachtenvereine geradezu der Inbegriff bayerischen Brauchtums. Wenn nun beides in einer Person zusammenwächst, dann ist das zweifellos ein Beispiel für die Integrationsleistung der Kolbermoorer Vereinslandschaft. Aufgeschlossenheit und Weltoffenheit statt „Mia san mia“ ist heute ganz offensichtlich ein wesentliches Kennzeichen auch jener Vereine, die sich vor allem der Pflege des heimischen Brauchtums verschrieben haben.

Und noch etwas kann man am Beispiel von Claudia Beutl zeigen: die Sogwirkung, die die Vereine entfalten können. Denn sie kam geradezu zwangsläufig zu den Mangfalltalern, nachdem zuerst ihre Tochter, dann ihre anderen Kinder und schließlich ihr Mann im Verein ein zweites Zuhause gefunden hatten. „Da blieb mir gar nichts anderes übrig, als auch beizutreten“, sagt sie und war auch schon bald mit Haut und Haar dabei: „Denn der Verein ist wirklich wie eine große Familie.“

Womit auch schon ein bisschen erklärt ist, warum zumindest die Kolbermoorer Vereine so großen Zulauf unter Kinder und Jugendlichen haben: „Allein bei den wenigen Vereinen, die bei der Stadt Meldungen für Sport- und Jugendzuschüsse abgeben“, erklärte CSU-Ortsvorsitzender Sebastian Daxeder vor rund 150 geladenen Gästen, „sind rund 1400 Jugendliche registriert.“ Und die fänden in ihren Vereinen ein Umfeld, in dem sie ohne Wenn und Aber akzeptiert und wertgeschätzt würden.

Das Bild des Jugendlichen, der auf den Social-Media-Kanälen zwar viele vermeintliche Freunde hat, im Grunde aber doch vor seinem Smartphone vereinsamt – für einen jungen Menschen, der in einen Verein gefunden hat, trifft das nicht zu. Zumal die Kontaktmöglichkeiten ja nicht auf einen Verein beschränkt sind, schließlich bestehen vielfältige Querverbindungen: Etliche der Gardemädchen des Faschingsvereins Mangfalltal zum Beispiel, der an diesem Neujahrsempfang für zusätzliche Höhepunkte sorgte, sind auch in den Trachtenvereinen aktiv.

Deshalb ist es für Claudia Beutl auch gleich, in welchem Verein man Mitglied ist: „Das was die Mädchen und Buben im Miteinander jedes Vereins erfahren, ist echte Selbstbestätigung. Denn hier zählt nicht, was deine Eltern für Berufe haben oder wieviel Geld zuhause vorhanden ist. Hier zählt allein, wie du dich verhältst, wie du dich in den Verein mit einbringst und ob du bereit bist, dort Verantwortung zu übernehmen.“

Ein Grundsatz der deshalb so stark ist, weil er quasi von Generation zu Generation weitergegeben wird. Wie man beispielsweise an Stefan Staudinger (31), Jugendleiter des Trachtenvereins Immergrün, sehen kann, der ebenfalls zu den Geehrten zählte. Der 31-Jährige finde es „einfach faszinierend“, das, was er selbst im Verein gelernt hat, an die Kinder und Jugendlichen weiterzugeben. Es sei „wunderschön zu sehen, wie das Wurzeln schlage“ und weiterwachse.

Mit Herzblut einer
Sache verschrieben

Mit Peter Maier von der Stadtsing- und Musikschule und Walter Weinzierl von den Mangfalltalern wurden zwei weitere Personen geehrt, die als Paradebeispiele für engagierte Vereinsarbeit in Kolbermoor gelten. Zweien, die sich mit ihrem ganzen Herzblut einer Sache verschrieben haben und dadurch in der Lage sind, etwas Besonderes auf die Beine zu stellen – sei es das Frühjahrssingen bei Peter Maier, sei es die wesentliche Mitgestaltung des Inngau-Trachtenverbandes bei Walter Weinzierl.

Kontakte bis
nach Griechenland

Beide eint auch ein Blick, der weit über den Tellerrand der Stadtgrenzen hinausgeht. Kontakte zu Musikgruppen oder Trachtenvereinen nicht nur aus dem gesamten Alpenraum, sondern bis nach Polen und Griechenland sprechen für eine Weltoffenheit, die nicht nur auf die Vereine, sondern auf die ganze Stadt zurückwirkt.

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