Von der Mangfallstadt in die Welt

von Redaktion

„Made in Kolbermoor“: Stadtmarketing sucht alles, was in der Stadt entstand

Kolbermoor –Das Schrankenwärterhäuschen war das erste Haus in Kolbermoor – damals gab es nur die Bahnstrecke und sonst weit und breit nichts. Darin haben der Wärter und seine Frau gelebt.

„Und in diesem Haus ist um 1860 das erste Kolbermoorer Kind geboren“, so Christian Poitsch vom Stadtmarketing. „Sozusagen ,Made in Kolbermoor‘“, sagt er uns lacht.

Was wurde in der Stadt erfunden?

Dem Thema, was alles in Kolbermoor entwickelt und hergestellt wurde und wird, widmet sich Poitsch jetzt bei einem Erzähl- und Mitbringabend (siehe Kasten). Auf die Idee kam er durch die Ausstellung „Made in Rosenheim“.

Dort dreht es sich insbesondere um Design und Werbung. Das soll in Kolbermoor anders sein: Denn Poitsch stellt sich bei seiner Aktion viel mehr vor. „Es muss nicht nur um den gewerblichen und industriellen Bereich gehen“, sagt er im Hinblick auf den ersten Kolbermoorer.

„Stumme Verkäufer“ und Schmuck

„Es müssen keine Dinge sein, die die ganze Welt kennt.“ Und dabei denkt er an die Kolbermoorer Firma Rieder, die Platten herstellt, aus dem beispielsweise das Rathaus gebaut ist. Aber auch das Fußballstadion in Kapstadt sowie das Olympiastadion in Peking.

Natürlich fallen jedem Kolbermoorer sofort die Dachziegel ein, die im Tonwerk entstanden sind, und Garne aus der Spinnerei aber es gibt soviel mehr, so Poitsch. Bei seiner Recherche ist er auf rund 40 Produkte gestoßen. Und welche? Beispielsweise auf die Firma Tychsen Mattina, die unter anderem „Stumme Zeitungsverkäufer“ herstellt.

Oder er denkt an den Kolbermoorer Maler Erich Wagner, der in seinen kubistischen Werken auch die Mangfallstadt auf die Leinwand bringt. Oder an Johanna Glas, die ihr eigenes Bier braut und an einen Maximilian Reitmeier, der aus Kaffeekapseln eigenen Schmuck herstellt.

Christian Poitsch erhofft sich an diesen Abend, dass die Kolbermoorer Dinge mitbringen, die in Kolbermoorer hergestellt wurden oder werden. Vielleicht gab es einen Hutmacher, dessen Hüte auf den Häuptern von Königen saßen? Einen Schneider, der für Hollywood genäht hat? Poitsch weiß es nicht – aber vielleicht wissen es die Kolbermoorer, hofft er.

Obendrein fragt Poitsch sich, ob Bürger der Mangfallstadt vielleicht mal ein Patent angemeldet haben, von dem niemand weiß: „Vielleicht eine Schiffsschraube, die jedes Schiff benötigt?“

Ein Erzähl- und Mitbringabend am 19. März

Wer etwas zuhause hat, dass in Kolbermoor hergestellt wurde und vielleicht in Vergessenheit geraten ist, kann sich im Vorfeld des Abends bei Christian Poitsch telefonisch melden unter 2968138. Oder einfach am VHS-Erzähl- und Mitbringabend „Made in Kobermoor“, am Donnerstag, 19. März, ab 19.30 Uhr ins Rathaus kommen. Der Eintritt kostet sieben Euro. Wer aber etwas „Made in Kolbermoor“ zuhause findet, kann es einfach mitbringen und etwas darüber erzählen – für denjenigen ist der Eintritt frei. Darüber hinaus sind auch Macher eingeladen, die aus dem Nähkästchen plaudern.

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