Riesengaudi bis zur Erschöpfung

von Redaktion

Elfer-Symposium der Mangfalltaler – ein komödiantisches und akrobatisches Erlebnis

Kolbermoor – Was haben Weißwürstl und Leggings gemeinsam? Ist der Inhalt zu heiß, dann platzen sie. Diese Erkenntnis über den Zusammenhang von Körperfülle und Sex-Appeal stammt von Constanze Lindner und war wieder einmal der Beweis: Beim Elfer-Symposium des Faschingsvereins Mangfalltal hat man nicht nur eine Riesengaudi, dort kann man immer wieder was fürs Leben lernen.

Mangfalltaler sorgen
für Mordsstimmung

Apropos Gaudi: Eigentlich müssten die Kolbermoorer ihr Elfer-Symposium auch mal von jemand anderem ausrichten lassen, dann hätten sie nicht die Last, als Gastgeber immer die ersten Auftritte übernehmen und das Publikum anheizen zu müssen. Andererseits: Prinzenpaar – groß wie klein – und die Garde traten mit so viel Spaß an, dass spätestens mit dem temporeichen Auftritt der Kinder- und Jugendgruppe schon eine Mords-stimmung im bis auf den letzten Platz gefüllten Saal war. Und dann – dann kam ja sowieso Michaela Wechselberger mit ihrer Einlage. Sie hatte auch dieses Jahr noch mit ihrer Figur zu hadern – ein Umstand, der durch die Schwiegermutter ausgelöst worden war, deren scheelem Seitenblick und der so ganz nebenbei gestellten Frage: „Bist dick wor‘n?“ Michaela Wechselberger sichtlich am Boden zerstört: „Das tut was mit mir, das löst etwas aus“. Seelenleid, das erst später Constanze Lindner mit ihrem Weißwurstvergleich zu einem guten Ende bringen sollte, für Michaela Wechselberger blieb zunächst nur die finale Rache einer Kolbermoorerin: „Siehst Du die Schwiegermutter im Moore winken, wink zurück, und lass sie sinken.“

In Kolbermoor jagt
ein Gag den anderen

Nur gut, dass später noch der Auftritt von Constanze Lindner kam. Die hatte nämlich die Lösung für das Problem mit der Bikinifigur: Man braucht dazu nur das richtige Umfeld. Falsch sei es zum Beispiel, die eigene Schlankheit auf Ibiza zur Schau stellen zu wollen. Da werde man dann leicht für die Misswahl in Augenschein genommen, was sich nur leider als Kür für die Miss Wal herausstelle. Derselbe Körper an einem anderen Ort, sagen wir mal Calzone ausgeführt, sei dagegen der Renner: „Da brauch ich“, sagte Lindner, „nur drei Minuten an eine Diät zu denken, schon pfeifen mir alle hinterher“.

Lachstürme erzielte auch die Konzerteinlage des Elferrates, Musikerinnen wie Instrumente bestehend aus Damen des erlauchten Gremiums. Nicht minder bejubelt die Parodie auf die einstige Kuppelshow „Herzblatt“, als neue Form der Suche nach der Faschingsprinzessin: Prinz Stephan II. konnte aus drei Kandidatinnen wählen, wobei eine eindeutig die Nase vorn hatte, denn sie versprach ihm, ihn an Stellen zu massieren, von denen er bislang gar nicht wisse, dass er sie habe. Blöd nur, dass ausgerechnet sie ein Mann war: Prinz Thomas aus dem Jahr 2011.

Personelle
Verwicklungen?

Der sei, wie die Moderatorin alias Prinzessin Melanie I. erläuterte, von seiner Prinzessin verlassen worden und gerade dabei, sich neu zu orientieren. Ein Rückschlag, der Prinz Stephan nicht lange in Verwirrung stürzte. Er griff sich am Ende kurzerhand die Moderatorin und damit seine Prinzessin Melanie I, sodass der Kolbermoorer Fasching ohne personelle Verwicklungen in den Endspurt gehen konnte.

So toll die Einlagen waren – sie sind an diesem Abend ja nur die halbe Miete, denn dazu kommen die Auftritte der Gäste. Und hier war einiges geboten: Stadtgarde Innsbruck, Showtanzgruppe Inntal, Carambas Faschingsgemeinschaft Haag, Hot Socks Showtanzgruppe Ramerberg, Faschingsfreunde Chieming – ein Höhepunkt jagte den nächsten. Das Publikum war nach der Parodie auf „Top Gun“ gegen Mitternacht deshalb zwiespältig: Einerseits völlig erschöpft vom Lachen, Jubeln und Mitgehen, andererseits aber traurig darüber, dass der tolle Abend zu Ende war.

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