FReie Fläche

Pflegeheim auf Conradtygelände geplant

von Redaktion

Pläne im Bauausschuss vorgestellt – Heftige Diskussion über Stellplätze

Kolbermoor – Ein Investor hat die Absicht, ein Seniorenpflegeheim auf dem Conradtygelände nördlich des Werkkanals zu errichten. Dieses Projekt wurde jetzt im Bauausschuss vorgestellt. Geplant sind 96 Pflegeplätze, die alle ein behindertengerechtes Bad haben. Zusätzlich sollen unter anderem Therapieräume und Räume für die soziale Betreuung entstehen. Geplant ist ein Gebäude mit vier Stockwerken. Heftig diskutiert wurde allerdings über die Anzahl der Stellplätze. 16 müssen zur Verfügung gestellt werden – einer pro sechs Bewohner. Und die hat der Bauwerber auch eingeplant.

„Absoluter
Wahnsinn“

Als „absoluten Wahnsinn“ bezeichnete Dagmar Levin (SPD) die Stellplatzsituation –„das reicht ja nicht mal fürs Personal“. Bürgermeister Peter Kloo (SPD) verwies auf öffentliche Stellplätze. Und: Das sei eine erhebliche Verbesserung im Vergleich zu anderen Pflegeheimen in Kolbermoor. Levin appellierte „an den gesunden Menschenverstand“, denn ein Heimbetreiber wolle sicher eine Situation schaffen, so dass jeder einen Parkplatz findet. Sigrid Kumberger (SPD) fragte sich, warum keine Tiefgarage geplant sei. Schließlich kämen Friseure, Therapeuten und Besucher, das sehe sie an der Einrichtung in Lohholz: „Ich werde nicht zustimmen.“

Kerim Bacak (Parteifreie Kolbermoor) konnte die Diskussion nicht nachvollziehen: „So ist die Rechtslage und warum ist man jetzt mit Gewalt dagegen?“

Sabine Balletshofer (CSU) erklärte: „Wir können nicht mehr verlangen, als gefordert ist.“ Aber sie wolle noch einen anderen Aspekt ansprechen: Sie habe mit den Einrichtungen in Lohholz sowie mit der Caritas telefoniert. „Die Caritas kommt vielleicht als Träger für das Seniorenpflegeheim infrage.“ Und: Man dürfe die Senioren in Kolbermoor nicht aus den Augen verlieren. Sebastian Daxeder (CSU) schlug vor, mit dem Bauwerber wegen der Stellplätze zu reden. Der war im Zuhörerbereich und verfolgte die Diskussion – „und hat es sicher zur Kenntnis genommen“, so Thomas Beer von der Verwaltung.

Kloo sagte: „Es handelt sich um eine Bauvoranfrage. Wir können sagen: Optimiere deine Planungen.“ Nun liegt der Ball wieder beim Antragsteller. Kumberger stellte klar, dass es nicht darum gehe, dass sie das Haus nicht wolle, dem schloss sich auch Levin an. Der Investor hatte obendrein Befreiungsanträge gestellt: Die Wandhöhe solle einen Meter mehr betragen, als im Bebauungsplan festgesetzt ist. Des Weiteren soll die Geschossfläche um 650 Quadratmeter erweitert werden. Außerdem will er das Gebäude nach Süden verschieben, sodass die Parkplätze nördlich des Gebäudes entstehen können. Viermal wurde abgestimmt: Über die Wandhöhe (4:3), die Geschossfläche (4:3) und der Verschiebung des Gebäudes nach Süden (4:3). Abgelehnt hat das Gremium die Befreiung hinsichtlich der Stellplätze, sie dürfen nicht außerhalb des Bauraums entstehen (5:2).

Gespräche im Herbst

Über diese Fläche auf dem Conradtygelände diskutierte der Stadtrat bereits im Herbst: Damals hatte ein Investor die Absicht, an dieser Stelle ein „Ambulant betreutes Service-Wohnen“ samt Kindergarten im Erdgeschoss zu realisieren. Die Wohneinheiten hätten verkauft werden sollen. Das Gremium lehnte diesen Vorschlag mit großer Mehrheit in der Oktober-Sitzung ab. Unter anderem mit der Begründung, dass dieses Vorhaben nicht „sozial sei“. Denn auf dieser freien Fläche soll ein „soziales Projekt“ entstehen, darauf hatte sich der Stadtrat einst verständigt.

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