Kolbermoorer Tafel muss nicht schließen

von Redaktion

180 Bürger können weiterhin mit Lebensmitteln versorgt werden

Kolbermoor – Die Kolbermoorer Tafel kann ihren Betrieb aufrecht erhalten: Wir machen weiter, sagt Leiterin Dagmar Badura. Dank der Spendenbereitschaft der Kolbermoorer können rund 180 Bürger weiterhin mit Lebensmitteln versorgt werden.

Dagmar Badura fällt ein Stein vom Herzen: „Wir können den Tafelbetrieb aufrecht erhalten“, sagt die Leiterin der Kolbermoorer Tafel. Denn danach sah es letzte Woche nicht aus: Die vielen Hamsterkäufer sorgten teilweise für leere Regale in den Supermärkten, sodass seitens der Lebensmittelmärkte nicht mehr viel für die Kolbermoorer Tafel übrig blieb (wir berichteten).

„Es hätte die
Ärmsten getroffen“

 Etwa 130 der rund 900 Tafeln in Deutschland mussten daher ihren Betrieb einstellen. Das wollte Badura in Kolbermoor unbedingt verhindern. „Es hätte die Ärmsten der Armen getroffen.“ 

Nachdem der MangfallBote über die etwaige temporäre Schließung der Kolberoorer Tafel berichtete, stand das Telefon bei Badura im Bürgerhaus nicht mehr still: „Ich bin überwältigt. Viele haben Lebensmittel gespendet, aber auch Geld“, sagt Badura. Jetzt kann es also „Dank der großen Hilfe der Kolbermoorer weitergehen“. Mithilfe der finanziellen Spenden ordert Badura jetzt bei Supermärkten Lebensmittel – eine Kiste Gurken, eine Kiste Äpfel beispielsweise. Die Mitarbeiter der Supermärkte können dann die bestellten Lebensmittel herrichten. Und die ehrenamtlichen Tafelhelfer holen sie ab.

Aber kommen weiterhin alle Tafelkunden ins kleine Häuschen an der Carl-Jordan-Straße? Nein, das soll wegen der Ansteckungsgefahr des Coronavirus ab kommendem Mittwoch anders laufen: Badura telefoniert  jetzt die Tafelkunden ab – rund 180 Personen werden versorgt, darunter sind vor allem Alleinerziehende, kinderreiche Familien und ältere Menschen. Das heißt in Zahlen, dass etwa 40 Kunden wöchentlich zu Badura und ihrem ehrenamtlichen Team kommen, um Lebensmittel abzuholen.

„Wir wollen viele Kunden selbst beliefern“, erklärt Badura – insbesondere die Risikogruppe, die durch das Coronavirus besonders gefährdet ist. Darüber hinaus läuft die Warenvergabe auch vor der Tafel anders ab, als bisher: Einzeln sollen die Kunden in das Häuschen kommen und versorgt werden, deshalb hat die Tafel auch andere Öffnungszeiten – ab Mittwoch von 14 bis 16.30 Uhr. Denn es gilt auch, die ehrenamtlichen Helfer zu schützen. „Einige sind über 80 Jahre alt, ihnen habe ich schon gesagt, dass sie zu Hause bleiben sollen, wegen der Ansteckungsgefahr.“ Für viele sei das schwer: „Denn es sind ja auch die sozialen Kontakte untereinander, die dann ausbleiben“, erklärt Badura. Hier werden eben nicht nur Lebensmittel an Bedürftige verteilt, sondern auch Kontakte gepflegt. „Darüber hinaus muss auch draußen vor der Tafel der Sicherheitsabstand gewahrt sein“, erklärt Badura.

Derzeit hat Badura alle Hände voll zu tun: Einkaufslisten schreiben, Tafelkunden über die Änderungen informieren, Helfer instruieren. Aber Badura ist eine Frau der Tat: Sie packt an und hilft – gerade in schweren Zeiten wie diesen. An ihrer Seite ist Stephanie Weber, die seit vergangenem Jahr als Sozialpädagogin bei der Diakonie tätig ist. 

Unterstützung
von der Stadt

Und auch die Stadt unterstützt ihr Vorhaben. So hat Bürgermeister Peter Kloo beispielsweise zugesagt, falls nicht ausreichend Fahrzeuge für die Lebensmittelabholung oder zum Verteilen zur Verfügung stehen sollten, können welche von der Stadt genutzt werden. Denn: „Dass die Tafel schließen muss, ist das Letzte was wir wollen“, sagt der Rathauschef auf Anfrage unserer Zeitung. Und er bittet die Kolbermoorer, weiterhin zu spenden. Aber: „Keine Lebensmittel vor die Tür der Tafel zu stellen.“

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