Corona-Krise: Das Feuer bleibt heuer aus

von Redaktion

Kolbermoorer Schmiede-Biennale wird auf Sommer 2021 verschoben

Kolbermoor – Die Schmiede-Biennale in Kolbermoor findet nicht statt. Das groß angelegte Schmiede-Spektakel, das vom 30. Juli bis 2. August in der Mangfallstadt geplant war, fällt der Corona-Krise und deren wirtschaftlichen Folgen zum Opfer.

„Es ist uns nicht leicht gefallen, die Veranstaltung abzusagen“, sagt Organisator Peter Elgaß auf Anfrage unserer Zeitung. Aber: „Es geht nichts verloren.“ Denn ein neuer Termin steht schon fest: Die Schmiede-Biennale in Kolbermoor soll stattdessen vom 4. bis 8. August 2021 stattfinden.

Rund 100 bis 150 Teilnehmer aus bis zu 22 Ländern wollten teilnehmen. Elgaß sitzt derzeit am Telefon, um alle über die Absage zu informieren. Elgaß sowie der Präsident des Rings der europäischen Schmiedestädte Peter Kloo und Christian Poitsch vom Stadtmarketing sind jetzt gemeinsam zu dem Entschluss gekommen, das große Ereignis zu verschieben.

Peter Kloo erklärt, dass sich bei vielen Schmieden, die kleine und mittelständische Unternehmen betreiben, derzeit wirtschaftliche Sorgen breitmachen. Auch deswegen können die Schmiede, die aus ganz Europa kommen würden, ihre Betriebe wegen der Biennale im August nicht zwei Wochen zusperren. Das sei eigentlich der Hauptgrund der Absage, so Kloo.

Denn sie müssen ja auch alles vor Ort herrichten und aufbauen. In erster Linie sei die Biennale allerdings ein „Fachaustausch für europäische Schmiede – das ist Sinn und Zweck der Veranstaltung“ (siehe Kasten). „Die Besucher sind ein schöner Nebeneffekt.“ Obendrein wisse derzeit noch niemand, ob seitens des Kultusministeriums die Ferien nach hinten verschoben werden, so Kloo. Wenn dem der Fall ist, gäbe es ein Platzproblem, denn viele Schmiede-Gäste sind auch in der Turnhalle untergebracht. Wegen dieser ganzen Unbekannten sei es wirklich das Beste gewesen, die Veranstaltung zu verschieben. Mit der Absage der Schmiede-Biennale ist Kolbermoor übrigens in bester Gesellschaft – weltweit, erklärt Elgaß. So wurde beispielsweise auch das größte Schmiedetreffen in den USA abgesagt, des Weiteren Zusammenkünfte und Ausstellungen in Österreich. Heuer sollten die Gastländer die Benelux-Länder sein. Sie sollten sich bei der Biennale mit Schmiedevorführungen und Vorträgen präsentieren. Nun kommen die Schmiede aus Belgien, Niederlande und Luxemburg 2021 zum Zug.

Die Schmiede
bleiben im Land

Neben der Biennale wird nun auch die geplante Schau, die im Vorfeld der Großveranstaltung im Rathaus gezeigt werden sollte, nicht stattfinden. Es sollten Werke des belgischen Künstlers und Schmiedes Jozef Cuylen zu sehen sein. Dessen Stücke sollte ein holländischer Schmied in ganz Belgien zusammentragen und sie nach Kolbermoor bringen. „Aber derzeit kommt niemand aus seinem Land, auch deshalb haben wir uns entschlossen, abzusagen.“ „Die Vorbereitungen für die Biennale laufen seit knapp einem Jahr“, erklärt Elgaß. Jetzt hätte die „heiße Phase“ begonnen und da niemand weiß, wie es mit der Corona-Krise weitergeht, mussten Nägel mit Köpfen gemacht werden.

Erst Expertentreffen, dann Schmiede-Spektakel für alle

Seit 1996 findet alle zwei Jahre die Schmiede-Biennale in Kolbermoor statt – heuer wird sie erstmals verschoben.

Zunächst haben sich die Schmiede ausschließlich getroffen, um Fachwissen auszutauschen – „Es war wirklich ein Fachtreffen“, so Bürgermeister Peter Kloo, „an interessierte Besucher wurde zunächst gar nicht gedacht.“ Das habe sich mittlerweile geändert, denn viele interessierte Bürger schauen den Schmieden über die Schulter. Seit 2002 sind auch Besucher gern gesehen und die Schmiede zeigen ihr Können. Aber in erster Linie ist es immer noch ein Fachtreffen, so Kloo. Deshalb werde von den Besuchern, die inzwischen aus aller Welt kommen, auch bis heute kein Eintrittsgeld erhoben.

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