Inhaber atmen auf: „Es ist ein erlösendes Gefühl“

von Redaktion

Maßnahmen für Mitarbeiter und Kunden im Pullacher Gartencenter Mertin getroffen – Bürger sind diszipliniert

Pullach – Seit gestern hat das „Gartencenter Mertin“ in Pullach wieder geöffnet. Inhaberin Bärbl Mertin beschreibt die Wiederinbetriebnahme als „erlösendes Gefühl“, sagt sie auf Anfrage unserer Zeitung. Sie ist „sehr froh und glücklich“. Vier Wochen und einen Tag war das Gartencenter geschlossen – und auch ein Selbstbedienungsverkauf auf dem Parkplatz mussten die Mertins wieder schließen (wir berichteten). Rund 10 000 Blumentöpfe haben sie in diesen Wochen kompostiert.

„Ostergeschäft in die
Hose gegangen“

Aufholen könne man den Verlust allerdings nicht, sagt sie. „Das Ostergeschäft ist durch und in die Hose gegangen.“ Mit der jetzigen Regelung, das Geschäft wieder öffnen zu dürfen, „könne der finanzielle Schaden eventuell ein bisschen aufgefangen werden“. Aber das stehe in den Sternen. Auch verweist sie darauf, dass beispielsweise Hotels, die im Frühling Blumen bestellen, jetzt wegbrechen. Wer weiß, wann sie ihren Betrieb wieder aufnehmen können.

In den letzten Wochen war die Hälfte ihres Gartencenter-Teams in Kurzarbeit. Jetzt sind alle zurück und wieder voll im Einsatz. „Aber mit Abstand“, so Mertin. Alle Mitarbeiter tragen beispielsweise Mundschutzmasken und Handschuhe. Wenn die Mittagspause ansteht, findet sie auf mehrere Räume verteilt statt. Und überall steht Desinfektionsmittel. Am Samstag, 18. April, hat sich das Ehepaar Mertin mit seinen Mitarbeitern  zusammengesetzt und besprochen, wie es ablaufen soll, wenn wieder geöffnet werden darf.

Und bei diesem Gespräch wurde auch entschieden, dass die Tische, die an der Kasse mit Waren gefüllt waren, weggeräumt werden. „Damit sich nicht noch extra Schlangen vor diesen Tischen bilden.“

Maßnahmen in Corona-Zeiten wurden aber nicht nur für die Mitarbeiter getroffen, sondern auch für die Kunden: Auf der rund 8000 Quadratmeter großen Einkaufsfläche sollen höchstens 160 Kunden gleichzeitig einkaufen dürfen. Diese Zahl bemisst sich an den vorhandenen 80 Einkaufswagen. „Wir haben darauf hingewiesen, dass pro Familie höchstens zwei Personen in den Laden kommen sollen“, erklärt sie. So solle verhindert werden, dass ein Einkauf als „Ausflugsziel“ genutzt werde. So hatte es der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder einst bezeichnet und daraufhin die Blumencenter geschlossen.

95 Prozent sind
diszipliniert

Aber das ist jetzt vom Tisch: „Rund 95 Prozent der Kunden sind diszipliniert“, sagt Mertin, nachdem am Montagmorgen das Geschäft seine Türen für die Bürger wieder öffnen durfte. Sie tragen Mundschutzmasken und halten Abstand. Und auch an den vier Kassen achtet das Blumencenter-Team darauf, dass die Distanz eingehalten wird. „Dafür haben wir extra einen Mitarbeiter abgestellt.“

Dennoch hat Mertin ein Schild an der Eingangstür aufgehängt, dass auf die Abstands-Regeln hinweist. Aber auf einen „Schilderwald“ verzichtet sie. „Ich glaube, dass die Kunden das sonst gar nicht mehr lesen.“ Und deshalb sind Bärbl Mertin und ihr Team im ganzen Laden im Einsatz, um Kunden gegebenenfalls auf den gebotenen Abstand hinzuweisen. Obendrein werden Masken verteilt, wenn die Kunden keine haben, aber welche möchten. Ines Weinzierl

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