Kolbermoor – Sie konnten es kaum erwarten, dass die „Eisheiligen“ endlich vorbei sind: Die Mädchen und Buben der Naturgruppe der Kolbermoorer Kindertagesstätte „Haus für Kinder“ zog es nun wieder hinaus. Wohin? Sie sind im zweiten Jahr des Bestehens der Gruppe auf ihrem 140 Quadratmeter großen Gemüseacker südlich der Staatsstraße 2078, den sie in Kooperation mit dem Bildungsprogramm „Gemüseackerdemie“ bepflanzen, aktiv.
Beete eingeteilt
und los ging‘s
Begleitet von zwei fachkundigen Damen der „Ackerdemie“ machten sich die Mädchen und Buben sowie ihre Betreuerinnen tatkräftig an die Einteilung der Beete. Die Kinder durften Erbsen, Zuckermais und Radieschen einsäen und den Fachkräften beim Einsetzen der Jungpflanzen helfen.
Von Buschbohnen
bis zum Palmkohl
„Wir haben eine Vielfalt an Pflanzen bekommen, darunter Rote Bete, Palmkohl, Kartoffeln, Tomaten, Buschbohnen, Fenchel, Zwiebeln, Kürbis, Zucchini und vieles mehr“, freut sich Karolina Kleinmanns, stellvertretende Leiterin der Kindertagesstätte Haus für Kinder.
In der Naturgruppe ist es für die Kinder selbstverständlich geworden, dass sie ihr Gemüse später auch bewusst essen. Denn sie sind immer fleißig beim Harken, Unkraut jäten und natürlich auch dann beim Ernten und Zubereiten des Gemüses mit Feuereifer dabei.
„Erst die Arbeit auf dem Acker, das Erforschen, Erkunden und Hinterfragen mit allen Sinnen hinterlässt bei den Kinder eine positive Einstellung zur Natur und sie erfahren selbst, wie viel Arbeit und Schweiß dahinter steckt“, haben Kleinmanns und das Naturgruppenteam, das aus entsprechend geschulten Pädagoginnen besteht, festgestellt.
Die Nachwuchsgartler lernen festzustellen, wann die Pflanzen wirklich gegossen werden müssen, geizen die Tomaten aus, freuen sich über jeden entdeckten Regenwurm und überlegen, „wo sie Schädlinge wie den Kartoffelkäfer lieber hätten als in der Nähe ihrer gehegten Pflanzen“, sagt Kleinmanns, die Mitinitiatorin des Naturgruppenprojekts ist. Für ihren Fleiß bekommen die Kinder aber auch ihren Lohn, nämlich eine reiche Ernte und viele fantastisch schmeckende, gemeinsame Mahlzeiten. So werden unter anderem Kartoffeln oder Gemüsespieße an der Feuerstelle, die neben dem Tipi und einem Bauwagen auch zum Gelände der Naturgruppe gehört, gegrillt oder Eintopf gekocht. Auch ihre Salate bereiten die Kinder gemeinsam mit den Betreuerinnen zu.
Freude über
jedes Radieserl
Sie wissen, wie gut eine frisch abgeerntete Gurke schmeckt und freuen sich über jedes knallrote Radieserl, das sie selbst aus der heimischen Erde ziehen. Die frische Luft und die freie Natur, in der sich die Buben und Mädchen den ganzen Tag über bewegen und werkeln, tun ihr Übriges dazu, dass sie sich nun auch wieder über die Lockerungen der coronabedingten Einschränkungen von Herzen freuen.