„Zeit, neue Wege zu gehen“

von Redaktion

Warum die Gotteshäuser der Stadtkirche zu Pfingsten erstmals geschmückt werden

Kolbermoor – Neue Wege geht jetzt die Stadtkirche Kolbermoor: Erstmals werden die katholischen Kirchen in der Mangfallstadt zum Pfingstfest geschmückt, sagt Pastoralreferentin Elisabeth Maier. Zwölf weiße Tauben aus Papier zieren in Heilige Dreifaltigkeit den Altarbereich, in Wiederkunft Christi erhellen zwölf orangefarbene Feuerzungen die Apostelleuchter.

Heiliger Geist tritt
in Erscheinung

Grund der besonderen Aktion ist, den Heiligen Geist auch außerhalb der Gottesdienste in Erscheinung treten zu lassen, erklärt Maier. Denn in Corona-Zeiten kann aufgrund der Abstandsregeln nur eine begrenzte Anzahl an Bürgern am Gottesdienst teilnehmen. Normalerweise besuchen rund 300 Gläubige die Gottesdienste an Pfingsten, derzeit ist es etwa 40 Gläubigen erlaubt, der Feier beizuwohnen.

Mesner
desinfizieren Bänke

Im Vorfeld muss man sich telefonisch anmelden und erhält eine Platznummer. Ordner weisen den Bürgern dann in der Kirche ihren Platz zu. Pro Kirchenbank können momentan zwei Gläubige Platz nehmen – vor Corona konnten bis zu zehn Personen in einer Reihe sitzen. Jetzt darf ein Gläubiger ganz rechts, der andere ganz links sitzen. Obendrein muss jede zweite Reihe frei bleiben. Außerdem ist der Mundschutz während des Gottesdienstes Pflicht.

„Das fällt natürlich vielen Menschen, vor allem Älteren schwer, denn einige bekommen schwer Luft“, so Maier. Und obwohl das so ist, singt die Gemeinde – eben mit Mundschutz. „Das ist den Menschen wichtig“, weiß die Pastoralreferentin. Nach der Feier rücken die Mesner mit Desinfektionsmittel an, um Bänke und Co. zu desinfizieren.

Und obwohl das ein erheblicher Aufwand ist, „ist alles besser, als keinen Gottesdienst zu feiern“, sagt Maier. Und an Pfingsten eben mit gebastelten weißen Tauben und orangefarbenen Feuerzungen.

Vor rund einer Woche hat sich das Seelsorgerteam der Stadtkirche diese besondere Gestaltung überlegt: Pastoralreferentin Martina Mauder hat die Tauben gebastelt, Maier die Feuerzungen – „in Heimarbeit“. „Wir sind kreativ geworden, denn derzeit ist es an der Zeit, neue Wege zu gehen.“ Gesagt, gebastelt.

Jetzt sind die Tauben und Feuerzungen aufgehängt worden. „In Wiederkunft Christi wird auf den Bericht aus der Apostelgeschichte Bezug genommen, die das Kommen des Heiligen Geistes am Pfingstfest mit Feuerzungen berichtet“, so Maier. Fortan konnten die Jünger von Gott in allen Sprachen erzählen und jeder Mensch konnte sie verstehen. „So gibt es in der Kirche viele Feuerzungen und auch eine Fotostation, an der man ein Foto von sich selbst machen kann, wie der Heilige Geist auf einen herab kommt.“

In Heilige Dreifaltigkeit sind zwölf Tauben im Altarbereich zu sehen. „Die Taube ist ein Symbol für den Heiligen Geist, aber auch für Frieden. Inneren und äußeren Frieden brauchen wir in diesen Tagen sehr und auch das Jahresmotto der katholischen Hilfswerke ist 2020 Friede “, sagt Maier.

Die Öffnungszeiten

Die Gotteshäuser der Kolbermoorer Stadtkirche sind auch außerhalb der Gottesdienste geöffnet: täglich von 9 bis 16 Uhr – in dieser Zeit können die Tauben und Feuerzungen bestaunt werden.

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