Kolbermoor – Darüber, dass die St.-Anna-Apotheke „ortsprägend“ ist, wie es Rathauschef Peter Kloo (SPD) formulierte, war sich der Kolbermoorer Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung einig. Uneins waren sich hingegen die Räte, was die Kosten betrifft: Denn die Sanierung des rund 300 Quadratmeter großen Gebäudes auf drei Etagen plus Keller sollen sich auf etwa 1,6 Millionen Euro belaufen: Während einige ob der Pläne „total begeistert“ waren, wie beispielsweise Dagmar Levin (SPD), hatte Leonhard Sedlbauer stellvertretend für die CSU-Fraktion „großes Bauchweh“ hinsichtlich der hohen Kosten.
Büroräume und
vier Wohnungen
Die Maßnahmen und Planungen hatten Christoph Fuchs vom gleichnamigen Architekturbüro vorgestellt. Zunächst gab er einen historischen Einblick in die Geschichte des Gebäudes, das in den 1860er-Jahren errichtet wurde. Zunächst wurde es als Wohn- und Geschäftshaus genutzt.
Von 1902 bis 2012 war dort eine Apotheke untergebracht. Im Herbst 2012 schlossen sich die Pforten der St.-Anna-Apotheke, im Sommer 2013 kaufte die Stadt das Haus – über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart, da es sich um ein privates Grundstücksgeschäft handelt. Seither steht es mehr oder weniger leer. Das soll sich jetzt ändern – binnen der nächsten eineinhalb bis zwei Jahre könnte das umgesetzt werden, so der Architekt. Im Erdgeschoss sind Büro- und Geschäftsräume mit insgesamt rund 100 Quadratmetern geplant – Interessent ist die Nachbarschaftshilfe Kolbermoor (siehe Kasten). Im ersten und zweiten Stock sollen je zwei Wohnungen entstehen. Sie sollen je zwei Zimmer und um die 50 Quadratmeter haben, erklärte Fuchs dem Gremium. Hinter dem Haus könnten ein Apothekergarten, Radstellplätze und Sitzplätze realisiert werden. Sabine Balletshofer (CSU) fragte, ob bei der Planung der Außenanlagen auch an einen Stellplatz für die Pächterin des Bahnhofs-Lokals gedacht worden sei. Bürgermeister Kloo erklärte, dass man den Apothekergarten nicht für Stellplätze hergeben werde. Vielmehr sollen die Stellplätze konzentriert werden. Architekt Fuchs stellte auch die einzelnen Kostenpunkte vor, wie die der Haustechnik, die sich auf rund 375000 Euro belaufen sollen. Sedlbauer plädierte dafür, „vom Baubeschluss abzusehen und nochmal sorgfältig abzuwägen“. Zweiter Bürgermeister Dieter Kannengießer (Parteifreie) erklärte, dass das Gebäude ein Schmuckstück sei und ob denn bei den Kosten „nicht Luft nach unten sei“.
Fuchs erklärte, dass das nicht der Fall sei und Bauamtsleiter Andreas Meixner sagte, dass „alles neugemacht werde, Heizung, Kabel, Lüftung – alles“. Er betonte, dass es sich um „vernünftigen Standard handele, nicht um goldene Wasserhähne“. Stefan Reischl (Parteifreie) erklärte, dass das Gebäude nicht weiter leer stehen dürfe, denn die Mieteinnahmen kommen schließlich der Stadt zugute. Kloo sagte gen Sedlbauer, dass das Projekt durchs Diskutieren nicht billiger werde. Letztlich stimmte das Gremium mit 14:9 Stimmen der Planung zu.