„Unverhältnismäßige Pflicht“

von Redaktion

Kolbermoorer schickt Beschwerde an die Stadt, weil Wertstoff-Mitarbeiter Mundschutz tragen – Das sagt die Kommune dazu

Kolbermoor – Der Kolbermoorer Andreas Bica hat sich jetzt schriftlich bei der Stadt beschwert, weil die Mitarbeiter des Wertstoffhofes „mehr als sieben Stunden unter freiem Himmel eine Maske tragen müssen.“ Das Schreiben liegt auch der Redaktion vor. Bica nennt diese coronabedingte Maßnahme eine „unverhältnismäßige Pflicht“ in seinem Schreiben. „Das Tragen einer Maske über mehrere Stunden hinweg, führt zu einem signifikant erhöhten Gesundheitsrisiko“, glaubt der Kolbermoorer. Auch deshalb fordert er die Stadt auf, die Pflicht aufzuheben.

Elisabeth Kalenberg, Geschäftsführende Beamtin der Stadt Kolbermoor, erklärt, dass der Landkreis für den Wertstoffhof zuständig sei und von dieser Behörde aus die Anweisung kam, dass eine Maskenpflicht für Mitarbeiter und Besucher erforderlich ist. „Diese Pflicht muss man derzeit einfach ertragen.“

Aber sind eventuell Lockerungen hinsichtlich der Maskenpflicht angedacht? Auf Nachfrage seitens Elisabeth Kalenbergs hieß es von der Behörde, dass keine Lockerungen hinsichtlich des Mund- und Nasenschutzes geplant sei. „Zum Schutz der Bürger und Mitarbeiter“, erklärt sie. Bauhof-Chef Michael Glas, in dessen Zuständigkeitsbereich auch der Wertstoffhof liegt, erklärt auf Anfrage unserer Zeitung, dass sich bei ihm bislang keine Mitarbeiter des Wertstoffhofes über die Maskenpflicht beschwert hätten.

Und weiter: „Ich muss doch meine Mitarbeiter schützen, schließlich wollen wir alle nicht krank werden“, so Glas. Und die Gefahr bestünde natürlich, wenn man mit vielen Bürgern Kontakt hätte. So wie es am Wertstoffhof der Fall ist.

Täglich rollen unzählige Bürger in ihren Fahrzeugen an, um ihren Müll abzugeben. Glas sagt auch: „Natürlich ist es nicht so leicht, auch bei wärmeren Temperaturen die Masken zu tragen. Aber es hilft nichts.“

Sorge hat Bica insbesondere bei den Mitarbeitern des Wertstoffhofes, „vor allem, wenn es jetzt immer wärmer wird“.

Deshalb hatte er auch die „spontane Idee“, eine Beschwerde bei der Stadt einzureichen. Obendrein hat er sein Schreiben auch an rund 100 Bürger der Stadt via E-Mail geschickt. Bicas Beschwerde sei übrigens die einzige hinsichtlich der Maskenpflicht, erklärt Kalenberg. iw

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