20 Stunden als Müllsammler aktiv

von Redaktion

Niklas Romanski wieder in Kolbermoor unterwegs – Auch Einkaufswagen „aufgelesen“

Kolbermoor – Nahezu jeder Kolbermoorer kennt Niklas Romanski – vielleicht nicht mit Namen. Aber jeder weiß von wem die Rede ist, wenn man von dem Schüler spricht, der mit Rad und Anhänger durch die Stadt fährt und Müll sammelt.

Jetzt war Niklas Romanski (16) wieder unterwegs. Wieder hat der Schüler der Pauline-Thoma-Schule Müll gesammelt. Und zwar im ganzen Stadtgebiet. An der Mangfall, am Kanal, im Wald, auf Spielplätzen, an den Sportstätten. „Auf dem Sportplatz war es am schlimmsten“, sagt Romanski.

Einkaufswagen
und Autoreifen

Eigentlich war er in den letzten Monaten nicht mehr im Kolbermoorer Stadtgebiet unterwegs, um Müll zu sammeln, weil er dachte, es passt. Dann aber las er im Mangfall-Boten einen Artikel, in dem berichtet wurde, dass die Kinder vom „Haus für Kinder“ Müll gesammelt haben. „Da habe ich gedacht, ich muss wieder los.“

Also hat er sich wieder sein Rad samt Anhänger geschnappt und ist quer durch die Stadt geradelt. Rund 20 Stunden hat er Müll gesammelt. Seine größten Fundstücke an der Mangfall: ein Einkaufswagen, Autoreifen und jede Menge Plastikflaschen. Die hat er abgegeben und knapp 30 Euro Pfand erhalten. Daran sieht man, wie viele es waren, sagt er.

Dank seines Einsatzes liegt jetzt „weniger Müll rum. Aber wahrscheinlich wird dieser Zustand nicht lange anhalten“. Er hat sogar soviel gesammelt, dass er den Unrat gar nicht alleine zum Bauhof fahren konnte.

Kurzerhand hat der Bauhof seinem Vater und ihm einen Anhänger geliehen. „Wir haben es dann zum Bauhof gebracht“, erzählt Romanski, der bald sein Abschlusszeugnis bekommt.

Sein eindringlicher Appell an die Bürger: „Jeder, der beispielsweise eine Flasche im Wald liegen sieht, kann sie einfach mitnehmen und entsorgen.“ Denn ab September hat der 16-Jährige nicht mehr so viel Zeit. Ab da beginnt Romanski eine Ausbildung in Söchtenau im Bereich Garten- und Landschaftsbau.

Dennoch: Romanski will weiterhin für seine Heimatstadt da sein: „Ich werde weiterhin Müll sammeln, dann aber eben nur noch am Wochenende.“ Wenn jeder aber seinen Müll mitnimmt, wäre das gar nicht nötig. Dann kann Romanski seine Wochenenden genießen.

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