Kolbermoor – Pfarrer Eugen Klaas‘ Todestag jährt sich am 30. Juli zum 20. Mal. Die Stadtkirche organisiert an diesem Tag ein Requiem in Wiederkunft Christi (Donnerstag, 30. Juli, 18.30 Uhr). Welche Spuren er in der Mangfallstadt hinterlassen hat und weshalb er sich im Grab umdrehen würde, verrät Pfarrer Maurus Scheurenbrand (57) im Interview.
Herr Pfarrer Scheurenbrand, was haben die Kolbermoorer Pfarrer Eugen Klaas zu verdanken?
Eine Menge. Aus dem Nichts hat er ein Pfarrheim mit Kirche, Pfarrhof und Kindergarten geschaffen. Ja, eine Begegnungsstätte für Jung und Alt.
Ist das einmalig?
Ja, das ist in der Erzdiözese einmalig. Insbesondere dass zu dem Areal noch eine Turnhalle gehört. Pfarrer Klaas ist wirklich der Don Bosco Kolbermoors. Er hat die Jugendlichen begeistert – nicht nur im religiösen Sinne. Er hat sie da abgeholt, wo sie waren, beim Sport zum Beispiel. Ihm ist es ja auch zu verdanken, dass er die Sportvereine verbunden hat. Daraus ist der SV-DJK entstanden.
Wo sieht man seine Handschrift in Wiederkunft Christi?
Er hat viel Wert auf eine gehobene Einrichtung gelegt. So hat er beispielsweise die Bilder in Auftrag gegeben oder die Monstranz nicht im Katalog bestellt, sondern anfertigen lassen.
Tragen Sie Messgewänder, die er gekauft hat?
Ja. Sie sind fast 50 Jahre alt und von sehr guter Qualität. In ganz besonderen Gewändern erkennt man die Bilder wieder, die in Wiederkunft Christi hängen.
Haben Sie Ihn gekannt, bevor Sie 2012 nach Kolbermoor kamen?
Nein, aber ich war keine Minute hier, da wurde mir von ihm erzählt. Bis heute vergeht kein Tag, an dem nicht jemand von ihm spricht. Viele bekommen glänzende Augen, wenn sie von ihm sprechen. Er ist wirklich einer der herausragendsten Pfarrer gewesen.
Das kann für die Nachfolger schwierig sein.
Ich denke, dass meine Vorgänger mehr daran zu kauen hatten als ich. Ich habe gelernt, damit umzugehen.
Die Zeiten ändern sich.
Richtig. Jetzt stehen Veränderungen an. Wer weiß wie es beispielsweise mit der Kirche, Pfarrhof und Pfarrhaus weitergeht – das kann niemand sagen. Fest steht aber, dass sich etwas ändern wird. Die Kirchensteuereinnahmen gehen massiv zurück. Auch die Austritte in Kolbermoor schnellen in die Höhe.
Im Pfarrhaus an der Heubergstraße dringt Wasser ein…
Ja, und nicht nur das: Es zeigt sich auch Schimmel. Deshalb ziehe ich in den nächsten Tagen um nach Heilige Dreifaltigkeit. Das fällt mir schwer, denn in der Heubergstraße habe ich mich in den acht Jahren gut eingewöhnt und besonders den Garten so richtig schätzen gelernt.
Soll es denn nicht behoben werden?
Ich hoffe, dass das Pfarrhaus saniert wird, kann es aber nicht sagen. Eine Kommission, die das Ordinariat stellt, und eine Gruppe unserer Pfarrei wird sich damit beschäftigen.
Heißt das, dass auch die Kirche Wiederkunft Christi irgendwann Geschichte sein könnte?
Ja, das könnte sein. Man wird sehen, was die Zukunft bringt.
Was würde Pfarrer Klaas sagen?
Er würde sich im Grab umdrehen.
Wie schauen Sie in die Zukunft?
Besorgt und nachdenklich. Wir machen so weiter wie bisher. Das Angebot, das wir anbieten, ist wirklich groß.Interview: Ines Weinzierl