Kolbermoor – Eigentlich hätten ab heute in Kolbermoor die Feuer der vielen Schmiedestätten gelodert. Eigentlich. Denn Corona machte der Schmiede-Biennale 2020 einen Strich durch die Rechnung. Im März kamen der Organisator Peter Elgaß sowie der Präsident des Rings der europäischen Schmiedestädte, Peter Kloo, und Christian Poitsch vom Stadtmarketing zu dem Entschluss, das Ereignis für 2020 abzusagen (wir berichteten). „Wir sind sehr traurig“, sagt Elgaß auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen heute. „Der Szene fällt ein wichtiger Treffpunkt weg.“ Und dem Besucher ein feuriges Spektakel.
Eigentlich würde Elgaß mit seinem Wohnmobil schon seit Tagen am Bahnhof stehen und den Aufbau des Schmiede-Spektakels, das alle zwei Jahre in der Stadt stattfindet, betreuen. Das komplette Hotel Heider wäre in Schmiede-Hand, sagt Elgaß und hofft, dass der Hotelier die Zimmer fürs nächste Jahr schon geblockt hat. Denn vom 4. bis 7. August 2021 findet die Biennale in Kolbermoor statt. Das stehe fest, sagt er.
Elgaß hat schon alle Schmiede und Metallgestalter über den neuen Termin informiert. Denn im nächsten Jahr werde es terminlich eng: „Alle Veranstaltungen wurden heuer abgesagt, alle in Europa und den USA.“ Diese Termine sind auch auf 2021 verschoben. Aber Elgaß ist sich sicher, dass wieder zwischen 150 und 180 Schmiede und Metallgestalter aus der ganzen Welt 2021 nach Kolbermoor kommen, um sich auszutauschen und ihr Können zu präsentieren.
Heuer sollten die Gäste aus den Benelux-Ländern sein. Sie sollten sich bei der Biennale mit Schmiedevorführungen und Vorträgen präsentieren. Nun kommen die Schmiede aus Belgien, Niederlande und Luxemburg eben 2021 zum Zug.
Neben der Biennale wird nun auch die geplante Schau, die im Vorfeld im Rathaus gezeigt werden sollte, erst 2021 stattfinden. Erst dann werden Werke des belgischen Künstlers und Schmiedes Jozef Cuylen zu sehen sein. Dessen Stücke sollte heuer ein holländischer Schmied in ganz Belgien zusammentragen und sie nach Kolbermoor bringen – auch das war nicht möglich.
Was jetzt noch ansteht, ist, den Zuschuss seitens des Bezirks zu beantragen, erklärt Elgaß, der das Vorhaben im Oktober angeht. Der Bezirk bezuschusst die Kolbermoorer Attraktion immer mit rund zehn Prozent der entstehenden Kosten. „Der Zuschuss beträgt etwa 3000 bis 4000 Euro.“