Kolbermoor – An diesem Dienstag sind sie zu fünft plus der Sozialpädagogin Stephanie Weber: Fünf Damen, die sich zum Kaffeetrinken, Kuchenessen und vor allem zum Ratschen im Bürgerhaus treffen. „Schön, dass wir wiederkommen dürfen“, sagt Marianne Schoffel.
Geburtstagsfeier
im Bürgerhaus
Sie ist 82 Jahre alt und kommt jede Woche zum Senioren-Café ins Bürgerhaus. Das ist ein fester Termin in meiner Woche“, sagt sie. Und ihre Kaffee-Freundinnen stimmen ihr zu. Auch Ursel Deloch (80) ist jede Woche dabei. Und kürzlich hat sie sogar mit den Kaffee-Damen ihren 80. Geburtstag beim Senioren-Café gefeiert. Doppelt sozusagen. Denn Ingrid Plieninger hatte auch Geburtstag. Sie wurde 82 Jahre alt. Und so wurde aus dem wöchentlichen Kaffeetratsch gleich ein kleines Geburtstagsfest. Mit Abstand – klar, ohne geht es derzeit nicht.
Und so sitzen die Frauen jeweils an einem kleinen Tisch, haben ihre Tasse Kaffee vor sich und ratschen über die 1,50-Meter-Abstände hinweg. „Hauptsache, wir treffen uns“, sagt Ingeborg Surholt (81), die eigentlich gar keinen Kaffee mag.
Fast vier Monate fanden die Treffen am Dienstag im Bürgerhaus nicht statt – „das war irgendwie eine merkwürdige Zeit“, sagt Elke Grigorian. Sie ist mit ihren 79 Jahren die Jüngste im Bunde – zumindest an diesem Dienstag.
Die Frauen reden über alles. Über Corona, darüber, dass sie gerne backen und auch darüber, dass Plieninger eigentlich gar nicht so gerne Kuchen mag. Deshalb hat sie an ihrem Geburtstag kleine Pizzabrötchen mitgebracht. „Ich war mir gar nicht sicher, ob die gegessen werden.“ Wurden sie, alle waren am Ende des Treffens weg.
Spiele spielen
geht derzeit nicht
Was derzeit einfach fehlt, sind die Gesellschaftsspiele, die sie eigentlich immer bei den Treffen spielen. „Das ist ja nicht erlaubt“, sagt Deloch. Es hilft nichts. Sind eben komische Zeiten. Zwischen den Kaffee-Ladys sitzt Sozialpädagogin Stephanie Weber. „Schön, dass wir uns wiedersehen“, sagt sie und fragt, ob noch jemand Kuchen möchte. „Nein danke“, sind sich die Frauen einig. Dann setzen sie ihre Masken auf und tragen – mit Abstand – das Geschirr in Richtung Spülmaschine. „Schön war‘s und wir sehen uns nächste Woche.“