Kolbermoor – Im Zuge der großen Sanierung der Tonwerksunterführung samt geplantem Kreisel an der Haßlerstraße soll ab Montag der ehemalige Getränkemarkt Schröcker an der Haßlerstraße 10 abgerissen werden, teilt Christian Poitsch vom Stadtmarketing auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen mit. „Wir brauchen den Platz.“ Denn der Kreisel soll da entstehen, wo man aus der Tonwerkunterführung auf der Haßlerstraße fährt.
Seit wann genau das Gebäude an Ort und Stelle steht, kann man nicht genau sagen. Aber: „Im Juni 1973 wurde der Abriss des alten Schlachthauses genehmigt und im August 1973 genehmigte das Landratsamt den Bau eines erdgeschossigen SB-Marktes“, sagt Poitsch.
Zuletzt Lagerraum für
Feuerwehr-Utensilien
Zunächst beherbergte das Gebäude einen Edeka-Markt, darauf folgte der Getränkemarkt Schröcker und letztlich wurden dort gebrauchte Elektrogeräte verkauft. Dann nutzte es die Feuerwehr für ihre Utensilien, die wegen der großen Sanierung des Feuerwehr-Gebäudes ausgelagert werden mussten. Jetzt haben die Feuerwehrler das Gebäude leergeräumt – und am Montag rücken die Bauarbeiter an.
Das Gebäude misst laut Poitsch 17 mal 24 Meter und hat eine Fläche von rund 400 Quadratmetern, obendrein ist es unterkellert. „Der Abriss soll nur einige Tage dauern“, erklärt er. Die Fläche des Kellers werde, nachdem alles entfernt wurde, aufgefüllt. Poitsch erklärt auch, dass die Wasseranschlüsse des Gebäudes für die Arbeiten an der Baustelle genutzt werden sollen.
Auf der Fläche, auf der das Gebäude heute steht, entstanden vor rund 140 Jahren übrigens die Stallungen samt Metzgerei und Eiskeller der Bahnhofswirtschaft, die Ende der 1970er-Jahr abgerissen wurde. Im Sommer 1976 steht im Mangfall-Boten, dass die Bahnhofsrestauration abgerissen werden soll. „Damit ist die älteste Gaststätte der Stadt, deren Errichtung bis in die Zeit vor der Gründung Kolbermoors als selbstständige Gemeinde 1863 zurückreicht, dem endgültigen Untergang geweiht.“
1862 wurde das dortige Gebäude vom Schuhbräu Bad Aibling, Franz Xaver Wild, erworben. Er baute das Gebäude zu einem Gasthaus aus und erhielt 1863 die erforderliche Konzession. Jetzt, knapp 160 Jahre später, erwarb im Januar die Stadt den Grund. Schade findet Stefan Reischl vom Heimatmuseum den Abriss nicht: „Es ist eine Bausünde, die verschwindet.“