„Müssen nicht den Notstand ausrufen“

von Redaktion

Sommerinterview Rathauschef Peter Kloo über Corona, solide Planungen und Feste

Kolbermoor – Peter Kloo (SPD) wurde im März auf Anhieb erneut zum Rathauschef gewählt. Wenige Tage nach der Kommunalwahl, wurde das gesellschaftliche Leben heruntergefahren. Corona hatte das Leben von einem auf den anderen Tag komplett auf den Kopf gestellt. Inwieweit die Stadt davon betroffen ist, ob das Krematorium noch ein Thema ist und welche Dinge jetzt angepackt werden, verrät der 57-Jährige im Interview.

Herr Kloo, wie geht es Ihnen?

Gut, ja es passt.

Welche Folgen hat die Corona-Krise für die Stadt Kolbermoor?

Das Leben läuft nicht mehr normal. Es herrscht eine große Unsicherheit in allen Belangen. Die große Frage ist: Wie geht es weiter? Mit der Mittagsbetreuung zum Beispiel. Es ist eine vollkommen neue Situation. Und wenn man Antworten auf neue Fragen gibt, entstehen sofort neue.

Wie geht es denn mit der Mittagsbetreuung weiter?

Wir wissen es nicht. Wir müssen seitens der Ministerien abwarten. Man muss jetzt erst mal sehen, inwieweit die Zahlen der Corona-Infizierten steigen. Die Tendenz ist ja derzeit nicht gerade schön.

Wir schaut es mit der Kinderbetreuung generell aus?

Es wurden alle Kinder untergebracht. Zum 1. September soll es obendrein noch drei Räume in der Pauline-Thoma-Schule für die Kinderbetreuung der Diakonie geben. Und im nächsten Kindergartenjahr soll dann der naturnahe Kindergarten an der Hölderlinstraße eröffnet werden. In den nächsten Jahren soll dann noch ein Kindergarten auf dem Conratdygelände realisiert werden.

Wie läuft es derzeit generell mit den Planungen?

Die Planungen laufen weiter. Ich denke, dass wir nicht in große Schwierigkeiten geraten – aber wie es 2021/2022 weitergeht, weiß ich nicht. Dennoch: Wir sind solide aufgestellt. Vielleicht laufen einige Maßnahmen langsamer – derzeit kann man das nicht absehen. Aber nochmal: Wir sind solide aufgestellt. Wir werden nicht den Notstand ausrufen müssen.

Kürzlich wurde im Stadtrat angesprochen, dass man auch Verpflichtungen weniger gutgestellten Bürgern gegenüber habe. Was macht da die Stadt?

Wir haben die Schwimmbadpreise gesenkt, die Kolbermoorer konnten umsonst den Stadtbus nutzen – das sind Kleinigkeiten. Auch haben wir die Betreuungsgelder bei der Kinderbetreuung ausgesetzt. Offen sind allerdings noch die Essensgelder der Kindergarteneinrichtungen und in den Schulen. Des Weiteren kann ich sagen, dass wir in Kolbermoor seit der Corona-Krise nicht mehr Sozialfälle haben.

Wie ist es bei den Firmen?

Wir stunden beispielsweise die Gewerbesteuer von 2019. Corona zeigt jetzt auch, dass Fehler im System sind: So wollen Firmeninhaber Gewerbesteuern von 2017 gestundet haben – das geht natürlich nicht.

Vor rund einem Jahr war das Krematorium das Thema in der Stadt. Das ist vom Tisch, oder?

Ich habe immer gesagt, der Bürger hat entschieden und deshalb ist es vom Tisch. Bis Oktober 2026 – dann endet meine Amtsperiode (lacht).

Gibt es andere Pläne hinsichtlich der Friedhöfe?

Wir werden über die Friedhofsgestaltung sprechen müssen – sowohl beim Alten als auch beim Neuen Friedhof. So wollen wir auch über Baumbestattungen reden, denn wir müssen über alternative Bestattungsformen nachdenken. Es gibt neue Bedürfnisse – weg von den Urnenwänden zum Beispiel. Das Thema müssen wir angehen und 2021 kommt es in den Stadtrat.

Was sicherlich auch Thema sein wird, ist das Gelände hinter dem Bauhof, dass die Stadt erworben hat.

Wir sind in den Planungen. Derzeit dreht sich alles um die Entwässerung des Geländes. Wir müssen uns erst darum kümmern, wie das Wasser abfließt und dann kann man die Bebauung anvisieren.

Der Hochwasserschutz hat ja funktioniert – das haben die heftigen Regenfälle jetzt gezeigt. Sie selbst haben gesagt, mit dem alten Damm hätten Sie Schweißperlen auf der Stirn gehabt.

Richtig. Es zeigen sich dennoch Schwachstellen. Dann sieht man, welche Keller volllaufen. Mit dem heutigen Stand der Technik muss man das Gelände hinter dem Bauhof erschließen – und das Augenmerk zunächst auf die Entwässerung legen.

Kürzlich wurde das Kirchweihfest abgesagt, wie schaut es mit dem Christkindlmarkt aus?

Da soll es Mitte September eine Entscheidung geben. Aber die Frage ist auch, wie es im nächsten Jahr mit den Festen weitergehen kann.

Interview: Ines Weinzierl

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