Kolbermoor – Eine Königin als Untermieter: das können nicht viele Kolbermoorer vorweisen. Brigitte Schindler aber schon. In ihrem riesigen Garten in der Schäfersiedlung in Mitterhart beherbergt sie zwei Bienenvölker samt deren „royalen Führungsspitzen“. Dabei hat sie mit der Imkerei selber überhaupt nichts am Hut – sie fungiert lediglich als „Vermieterin“.
„Vor rund drei Jahren habe ich mitbekommen, dass ein Hobby-Imker in einem benachbarten Garten eine neue Bleibe für seine beiden dort deponierten Bienenvölker suchte“, berichtet die 68-Jährige beim Besuch der OVB-Heimatzeitung, die seit über 40 Jahren Mitglied der „Kolbermoorer Maler“ ist.
Tiere irritiert ob des
Wohnungswechsels
Spontan hat sie damals dem platzsuchenden Bienenzüchter ihren weitläufigen „Paradies“-Garten als neuen Standort für sein „fliegendes Personal“ angeboten. Ihr Angebot wurde von Burkhard Mann dankend angenommen. Allerdings waren seine Bienen zunächst irritiert über den „Wohnungswechsel“.
„In den ersten Tagen sind sie immer wieder zu ihrem alten Standort zurückgeflogen“, erzählt Brigitte Schindler schmunzelnd.
Danach hätten sich ihre neuen „Untermieter“ bestens eingelebt und sich seither vorbildlich verhalten: „Ich wurde noch kein einziges Mal gestochen“, betont sie. Allerdings sei ein Schwarm eines Tages ausgeflogen und zusammen mit dem Bienenbesitzer habe sie die rund 20000 Bienen mittels einer Leiter vom Fliederbaum geholt. Als Grund für das Ausschwärmen eines meist halben Volkes nennt Hobby-Imker Burkhard Mann die Bildung eines neuen Volkes durch die alte Königin in einer neuen „Beute“, wie der Bienenstock in der Fachsprache heißt.
Der 67-jährige Kolbermoorer „Bienenfan“ hat sich vor zwölf Jahren seinem Hobby verschrieben und unterhält an der Mangfall sowie im eigenen Garten noch weitere „honigproduzierende Stationen“.
Obsternte fällt
größer aus
Über den Standort im Schindler-Garten ist er voll des Lobes: „Durch seine Blumen- und Blütenvielfalt ist er geradezu prädestiniert für die Bienenhaltung“, unterstreicht er.
Ähnlich positiv äußert sich die Gartenbesitzerin: „Mit Burkhard Mann und den „fliegenden Mietern“ habe ich bisher nur gute Erfahrungen gemacht“, bekräftigt sie und fährt fort: „Seit die Bienen da sind, habe ich viel mehr Obst im Garten.“ Zu dieser „Win-win“-Situation trägt außerdem bei, dass sie vom Imker als „Miete“ regelmäßig Honig erhält, der ihre Vermieter-Bereitschaft buchstäblich versüßt.