Kolbermoor – Christina Zuhr ist ein neues Gesicht im Bürgerhaus – zumindest temporär: Derzeit macht die 27-Jährige ein Praktikum im Rahmen ihres Studiums „Soziale Arbeit“ an der Hochschule München. Und wie ist es? „Perfekt“, sagt die Studentin und lacht. Sie hilft bei der Kolbermoorer Tafel mit und obendrein bei der „Kirchlichen Allgemeinen Sozialarbeit“ in Rosenheim. An ihrer Seite: Bürgerhaus-Leiterin Dagmar Badura und deren Mitarbeiterin Stephanie Weber.
Vielfältige
Aufgaben
Durch Stephanie Weber ist Zuhr erst zur Diakonie und somit zum Kolbermoorer Bürgerhaus gekommen: „Wir wohnen Tür an Tür und die Stephie kenne ich, seit ich ganz klein bin“, erzählt Zuhr, die eigentlich ein Praktikum bei der Volkshochschule machen wollte. Weil ihr das hinsichtlich des Schwerpunktes „Erwachsenenbildung“ gleich einfiel. Aber wegen Corona sagte ihr die Münchner Volkshochschule ab. Davon berichtete sie Weber und so kam sie also über Umwege zu Dagmar Badura ins Bürgerhaus.
Insgesamt muss sie 60 Stunden für ihr Praktikum absolvieren: Und so bleibt sie bis Ende September dem Bürgerhaus erhalten. „Ich finde das Angebot hier sehr gut“, sagt sie. Denn neben Senioren-Café, gemeinsamen Backen und Kochen stehen viele weitere Angebote auf dem Programm. Schuldnerberatung, Rechtsberatung, Hausaufgaben-Hilfe, Deutschkurse und Co. „Wenn die Bürger Probleme haben, können sie hier Hilfe finden“, sagt sie.
Obendrein lobt sie die vielen Angebote für Senioren, die sie durchaus als Prävention sieht. „Mit den vielen Angeboten, die es im Bürgerhaus gibt, sind die Senioren immer im Kontakt.“ Das mache der etwaigen Einsamkeit einen Strich durch die Rechnung. Das hat auch Dagmar Badura gespürt, als während des Lockdowns nichts stattfinden konnte: „Viele haben mich angerufen und gefragt, wann können wir endlich wieder kommen?“ Mittlerweile finden die Angebote wieder statt – so treffen sich die Senioren beispielsweise seit einigen Wochen wieder zum gemeinsamen Kaffeetrinken im Bürgerhaus. Christina Zuhr selbst hat ihr Abitur 2011 auf dem Ignaz-Günther-Gymnasium in Rosenheim gemacht. Ihren beruflichen Traum – Tierärztin zu werden – musste sie wegen des erforderlichen Numerus Clausus zunächst ad acta legen. Und so machte sie eine Ausbildung zur Bürokauffrau. „Da habe ich viel gelernt, beispielsweise was eine Bankleitzahl ist“, sagt sie und lacht. „Das lernt man ja nicht auf dem Gymnasium.“
Über Umwege
Ziel erreicht
Obendrein habe sie dort fürs Leben gelernt: „Wie es im Berufsleben eben ist.“ Aber der Wunsch Tierärztin zu werden ließ die junge Frau nicht los. Nachdem sie im Anschluss ihrer Ausbildung zunächst weiter in ihrem Beruf arbeitete, wagte sie 2019 den Sprung Richtung Tierärztin. „Ich machte in Starnberg in einer Tierklinik ein Praktikum.“ Und da zerplatzte der lang gehegte Traum. „Nach wenigen Tagen wusste ich, das ist nichts für mich.“ Und warum? „Das war einfach so ein Gefühl.“ Und so startete sie mit dem Studium der „Sozialen Arbeit“ in München. Obwohl noch knapp zweieinhalb Jahre Studium vor ihr liegen, weiß sie schon jetzt: „Hier, im Quartiersmanagement bin ich angekommen. Es ist perfekt.“