Kolbermoor – Am 8. September 2019 war der große Tag. Nach mehrjähriger Bauzeit wurde der Kolbermoorer Bahnhof offiziell eingeweiht. Rund 400 Besucher kamen bei strömendem Regen, um sich den frisch sanierten Bahnhof – eines der ältesten Gebäude Kolbermoors – genau anzuschauen. Jetzt ist ein Jahr vergangen: Das Bayerische Rote Kreuz hat im oberen Stock sein Zuhause gefunden, im Erdgeschoss bewirtet Gleis 2-Inhaberin Evelin Caggiano ihre Gäste. Obendrein gibt es im Erdgeschoss einen Raum, den Vereine und die Volkshochschule nutzen können. Heuer wurde noch die fehlende Bahnhofsuhr an der Front des Gebäudes angebracht – es ist also vollbracht.
Bahnhofs-Vorplatz und Höhenausgleich
Was allerdings jetzt noch ansteht ist, dass die Bahn die Bahnsteige zu den Zügen ausgleicht. Das heißt, dass die Fahrgäste direkt vom Gleis ohne Stufe in den Zug einsteigen können. Dieses Projekt soll 2023 in Angriff genommen werden. „Endlich“, sagt Christian Poitsch vom Stadtmarketing. Und wie lange dauert es? „Wenn damit begonnen wird, geht es schnell“, sagt Rathauschef Peter Kloo. Er rechnet mit etwa einem halben Jahr.
Das Stufenproblem besteht laut Poitsch seit rund 20 Jahren, „seit es die neuen Züge gibt“. Den Höhenunterschied auszugleichen sei insbesondere für Eltern mit Kinderwagen ein Problem sowie für Bürger mit Rollator oder Krücken – für Rollstuhlfahrer werde laut Poitsch eine Rampe herausgefahren. „Diese Barrierefreiheit ist dringend notwendig“, sagt Poitsch. Die Stadt hätte es am liebsten gesehen, wenn diese Maßnahme bereits mit der Eröffnung des Bahnhofs zusammengefallen wäre – aber das habe seitens der Bahn eben nicht geklappt. Um die Barrierefreiheit zu garantieren, muss auf der Nordseite der Schienen noch der Abgang gebaut werden. Auf der Südseite habe man vorgebaut: Unterhalb der Fenster am Glasanbau sei die Betonstützwand so angebracht, dass sie sich an den Bahnsteig anpasst. Christian Poitsch meint, dass der Steig um etwa 40 Zentimeter erhöht werden muss.
Und wenn diese Maßnahme fertig ist, soll der Bahnhofs-Vorplatz hergerichtet werden. Denn für den Ausgleich des Höhenunterschiedes benötigt die Bahn die Zufahrten – deshalb könne nicht vorher begonnen werden. Im Rahmen dessen soll auch eine Art Radl-Parkhaus realisiert werden, erklärt Bürgermeister Peter Kloo. Derzeit laufen hinsichtlich dessen mehrere Überlegungen. Es soll für die Pendler auch von der Unterführung aus erreichbar sein. Schließlich seien kurze Wege von beiden Bahnsteigen wichtig – „das wäre die Wunschvorstellung“, so Kloo.