Kolbermoor – Auf den Spuren von Hape Kerkeling sind jetzt die Mitglieder der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (KFD) Kolbermoor unterwegs. Zumindest im übertragenen Sinne: Denn wie einst Kerkeling nach Santiago de Compostela unterwegs war, pilgern die Kolbermoorer jetzt durch ihre Stadt. In Kolbermoor? Richtig.
Die KFD Kolbermoor hat sich jetzt einen Pilgerweg quer durch die Stadt überlegt. Von Kirche zu Kirche? Nein. Bei diesem Pilgerweg geht es in erster Linie um Nachhaltigkeit – „weg vom klassischen Pilgern“, sagt Martina Mauder von der KFD Kolbermoor. Mauder hat sich diese Aktion zusammen mit Jo-Ann Plab, Marianne Mayer und Gudrun Weidinger überlegt – drei Monate haben die Frauen getüftelt.
Raus aus der
Hektik des Alltags
Entstanden ist die Idee im Rahmen der deutschlandweiten KFD-Aktionswoche, die vom 21. bis 27. September stattfindet. Heuer ist der Schwerpunkt „Frauen, wem gehört die Welt – auf der Suche nach Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit“. Das Ziel des Pilgerwegs: Raus aus der Hektik des Alltags und sich anhand der Stationen Gedanken um Fairness und Nachhaltigkeit machen – und bei jeder Station gibt es Infos zu bestimmten Themen.
Los geht es an der Kirche „Heilige Dreifaltigkeit“. „Dort liegen die Pläne ab 20. September aus, wie man am besten geht“, sagt Mauder, „man kann natürlich überall beginnen – das ist nur ein Vorschlag.“ Sie ist die sechs Kilometer lange Tour übrigens schon einmal gegangen – klar, man muss die Strecke ja erkunden. Von der Kirche geht es nur wenige Schritte zum BRK-Kleiderladen. Hier dreht sich alles um „Ressourcen- und Umweltschutz durch Abfallvermeidung“. Weiter geht es zum Glaskasten an der Kolbermoorer St. Anna-Apothele gleich nahe des Bahnhofs. Dort liegt das Augenmerk auf dem Radwegekonzept und Mobilität.
Dazu hat Mauder den Klimaschutzbeauftragten Martin Korndoerfer befragt. Von dort geht es weiter zur Firma Stangelmayer – hier liegt der Schwerpunkt auf zukünftiger Energieversorgung. Dann weiter zur Plakattafel Carl-Jordan Straße/ Ecke Dr.-Max-Hoffmann-Straße und letztlich zum Biohof Schlarb – überall gibt es Anregungen zum Nachdenken. Man marschiert die einzelnen Stationen eben nicht nur ab, sondern an allen Punkten hängen Infos sowie ein QR-Code. Nimmt man den mit dem Smartphone auf, geht es los: Dann erzählt die Leiterin des BRK-Ladens, wer bei ihr arbeitet, wohin der Erlös geht und wer dort alles einkaufen kann.
Impulse an
jeder Station
Dieses Angebot hat Mauder im Vorfeld erarbeitet: Mit Handy und Co hat sie Videos aufgenommen. Technische Unterstützung leistete Isabell Plab. An der Plakatwand nahe des Herto-Parks erzählt KFD-Frau Margret Zimmer über nachhaltigen Einkauf. Sie war jahrelang im Diözesanvorstand der KFD und dem Ausschuss Hauswirtschaft und Verbraucherthemen. Nachhaltige Lebensmittel gibt es schließlich in jedem Supermarkt – Bananen, Kaffee, Schokolade zum Beispiel.
Wer am Biohof Schlarb angelangt ist, hat den letzten Punkt erreicht. Wer dann nicht wieder zurückgehen möchte, steigt einfach in den Stadtbus – und landet am Kolbermoorer Bahnhof. Nachhaltigkeit wird eben ganz groß geschrieben.
Martina Mauder selbst ist den Jakobsweg in Spanien à la Hape Kerkeling übrigens noch nicht gegangen, wie sie gegenüber unserer Zeitung erklärt. Aber das hat sie noch vor. Denn einmal in Santiago de Compostela ankommen – das will sie auch. Und ganz sicher hat sie dann fairgehandelte Schokolade und Bananen im Rucksack.