Kolbermoor – Zwölf Mutterschafe und ein Bock stehen auf der Weide an der Kolbermoorer Staatsstraße. „Ihnen geht es super“, sagen die Eigentümer Sophia und Georg Schüller sichtlich erleichtert. Im letzten Jahr waren sieben Jungtiere und drei Mutterschafe gestorben. Georg Schüller vermutete damals, dass die Tiere an Essensresten, die über den Zaun geworfen wurden, verendeten (wir berichteten). Darunter befanden sich Wurst, Gemüse und verschimmeltes Brot.
Dann berichteten die OVB-Heimatzeitungen über die toten Tiere. „Seither lagen nie wieder Essensreste auf der Koppel. Es ging den Tieren noch nie so gut“, sagt Schüller. Der Artikel habe Wellen geschlagen: Das Telefon stand im Hause Schüller nicht mehr still, Anrufe kamen sogar aus Österreich. „Alle wollten wissen, wie es den Schafen geht“, erzählt Schüller und streichelt den Bock, der jetzt Herr Kaiser heißt.
„Herr Kaiser“
und „Sternderl“
Den Namen hat ihm Manuela Faltermeier gegeben. Die Kolbermoorerin ist nach eigenen Aussagen der „größte Fan“ der Schafe und trifft sich jede Woche mit den Schüllers an der Koppel. Auch, um das schwarze Schaf „Sternderl“ zu besuchen. „Das hat Georg mir geschenkt“, sagt sie. Weil es einen weißen Fleck auf der Stirn hat, lag der Name Sternderl nahe, erzählt sie.
Das Ehepaar schaut jeden Tag nach seinen Schafen – manchmal auch zweimal am Tag. Vor Kurzem wurden sie geschoren. Die Wolle hat ein Kolbermoorer Privatmann für sein Gewächshaus genommen. „Das legt man auf den Boden, es saugt Wasser auf und im Winter erfrieren die Pflanzen nicht“, erklärt Schüller. Jetzt muss der Zaun repariert werden. An dem hängen übrigens immer noch die Hinweisschilder, die Faltermeier Anfang des Jahres aufgehängt hat: „Bitte entsorgen Sie Ihre Küchenabfälle nicht ins Schafsgehege“, steht unter anderem darauf. Jetzt wird bereits zugefüttert. Aber das tiergerechte Futter gibt es ausschließlich von Familie Schüller.