Straßen werden zu Stellflächen

von Redaktion

Was mich freut, was mich ärgert Werner Gmeiner klagt über Parkplatz-Situation

Kolbermoor – Werner Gmeiner ärgert sich: „Was mich seit einiger Zeit stört, ist die Unterbringung der Pkw bei Nichtgebrauch. Unsere Straßen werden immer mehr zu langen Parkplätzen“, sagt Gmeiner, der im Kolbermoorer Norden wohnt. Ihm fallen beispielsweise die Filzenstraße Richtung Großkarolinenfeld sowie die Rudolf-Hausenblas-Straße ein – um nur zwei in Kolbermoor zu nennen.

„Situation verschärft
sich immer mehr“

Bei letzterer müsse man sehr häufig Schlangenlinien fahren. Und bei Gegenverkehr eben ständig anhalten und lange warten. Das könne ja nicht sein. Einem Anwohner ist die gleiche Problematik bereits aufgefallen. Und dieser sagt: „Die Situation verschärft sich immer mehr.“ Deshalb appelliert Gmeiner an die Bürger: „Fahrzeuge von Anwohnern sollten auf deren Privatgrund abgestellt werden. Besucher der Anwohner könnten zeitlich begrenzt, dort wo es möglich ist, gebührenpflichtig auf ausgewiesenen Parkplätzen auf der Fahrbahn parken. Meiner Ansicht nach, sollten – vom Steuerzahler finanzierte – Fahrbahnen als solche genutzt werden.“

Thomas Rothmayer, Leiter des Ordnungsamtes, erhält wegen parkenden Autos wöchentlich bis zu drei Beschwerden via Telefon, sagt er auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen. Ein generelles Halteverbot könne man nicht aussprechen, das sei rechtlich gar nicht möglich. Auch er hält von langen parkenden Autoschlangen nichts. Allerdings erachtet er „punktuelles Parken auf Straßen als sinnvoll“. Und das hat einen Grund: „Die Autofahrer müssen konzentrierter fahren.“ Obendrein seien sie teilweise gezwungen langsamer zu fahren. Denn: Je breiter und freier eine Straße sei, desto schneller werde man – ganz automatisch, sagt er.

Werner Gmeiner sieht noch ein weiteres Problem: Feuerwehren und Rettungsdienste tun sich oft schwer, zwischen den parkenden Autos durchzukommen. „Hierbei geht es oft um Leben und Tod.“

Dass es manchmal eng wird, bestätigt auch Franz Wudy, Kommandant der Kolbermoorer Feuerwehr. Auch in der Rudolf-Hausenblas-Straße, so Wudy – um Gmeiners Beispiel aufzugreifen. Trotzdem sei die Feuerwehr noch nicht zu spät zum Einsatz gekommen.

Allerdings wurde es kürzlich so eng, dass die Wehr nicht durchkam: Als die Feuerwehr zu einem Einsatz in den Kolbermoorer Süden gerufen wurde, musste sie durch die Obere Breitensteinstraße.

Feuerwehr
kam nicht durch

Allerdings kam das Fahrzeug mit der Drehleiter an einer Stelle nicht durch, da die Pkw zu eng beieinander parkten. Daraufhin betätigten die Feuerwehrler die Sirene, um den Fahrzeughalter zu alarmieren. Der kam dann auch und fuhr weg, erklärt Wudy. Er appelliert: „Auf der Fahrbahn müssen 3,50 Meter zur Verfügung stehen.“ Besonders schwierig sei es manchmal an Kurven und Einfahrten, erklärt der Kommandant.

Und wenn der Halter nicht gekommen wäre? Gibt es laut Wudy mehrere Möglichkeiten: Zum einen könnte die Feuerwehr rückwärts aus der Straße fahren und einen anderen Weg nehmen. Aber: „Das kostet erheblich viel Zeit.“

Falls es keinen anderen Weg zum Einsatzort gibt, hat die Feuerwehr auch „kleine Hilfsmittel“ dabei, sagt Wudy. Beispielsweise ein Gerät, mit dem man Fahrzeuge zur Seite schieben kann. Aber auch das kostet viel Zeit, die die Feuerwehr nicht hat, wenn sie zu einem Einsatz gerufen wird.

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