Kini-Statue kostet rund 50000 Euro

von Redaktion

Bauausschuss stimmt Rekonstruktion zu – Wo er stehen wird, steht noch nicht fest

Kolbermoor – Gut 50 000 Euro kostet die Wiederherstellung der König-Ludwig II.-Statue – der Sockel nicht mit eingerechnet. Der kostet extra. Zum Vergleich: Dafür bekommt man auch eine Fotovoltaikanlage auf dem Feuerwehrhaus oder einen halben Stadtbus. Dennoch würde seine Majestät sicher argumentieren, dass es nur recht und billig ist, die rund 50000 Euro auszugeben. Über die weitere Vorgehensweise diskutierte jetzt der Bauausschuss in seiner Sitzung nur kurz – dennoch entschied man sich mehrheitlich für die Wiederherstellung (6:1).

König Ludwig II.
war nie in der Stadt

„Er war nie in Kolbermoor“, sagte Stadträtin Dagmar Levin (SPD) und kündigte an, gegen die Beauftragung einer Regensburger Firma mit der Wiederherstellung stimmen zu wollen. Ein letztendlich nur symbolischer Akt, mit dem sie bei der Abstimmung alleine blieb.

Schließlich ist, wie Bürgermeister Peter Kloo (SPD) feststellte, der im Frühjahr 2019 vom Sockel gewehte König ein besonderes Denkmal und muss deshalb nach Ansicht des Denkmalschutzes zwingend wiederhergestellt werden: Der Kolbermoorer Ludwig ist nicht nur das erste Ludwigs-Denkmal außerhalb Münchens, sondern er trägt hier auch nicht das königliche Ornat, wie auf allen anderen Denkmälern, sondern ist sozusagen „in Zivil“ dargestellt.

Warum, ist nicht mehr herauszufinden. Möglicherweise, so meinte der Bürgermeister, war dies ein Versuch, den König noch etwas kompatibler zu Kolbermoors Arbeiterbevölkerung zu machen. Grundsätzlich beliebt war er, davon darf man ausgehen, wohl sowieso, denn Ludwigs Verehrung in der Bevölkerung setzte ja schon eigentlich unmittelbar nach seinem Tod ein.

Wiederherstellung
aufwendig

Auch der Kolbermoorer Verein, der sich die Errichtung dieses König-Ludwig-Denkmals zur Aufgabe gemacht hatte, gründet sich schon 1902. Seit 1909 stand der König dann in Kolbermoor, zunächst auf dem Karl-Daniels-Platz, dann an der Haßlerstraße.

Aber wann ist er fertig? Bis er aus Regensburg nach Kolbermoor zurückkehren wird, wird es jedoch frühestens Mitte, eher Ende nächsten Jahres werden, denn der Kopf des Märchenkönigs ist nicht einfach so wiederherzustellen, sondern muss völlig neu modelliert werden.

Zeit genug, um sich um die Frage zu kümmern, die Stadtrat und Kolbermoorer Bürger sicher noch ausführlich beschäftigen wird: Wo soll er hin, der König, sobald er erst einmal runderneuert ist? Immerhin wird diese Diskussion, samt der Geschichte um seinen späten Sturz, dafür sorgen, dass er in der Stadt nicht nur ein x-beliebiges Denkmal aus längst vergangenen Zeiten ist, sondern eines, das eine wirkliche Verbindung zum heutigen Kolbermoor hat. Und dafür sind die insgesamt wohl 60000 Euro (inklusive Sockel), für die der Bezirk Oberbayern immerhin noch 15 000 Euro als Zuschuss gibt, letztendlich wahrscheinlich doch nicht falsch investiert.

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