Kolbermoor – Sie standen in den Startlöchern, waren perfekt vorbereitet: Die „Kolbermoorer Maler“ wollten ab heute, Samstag, 10 Uhr, rund 110 Werke in der Pauline-Thoma-Schule zeigen – für eine Woche. Wollten. Denn Corona machte ihnen einen Strich durch ihre Rechnung – wie so vielen.
Stillstand
unausweichlich
„Wir können die Ausstellung nicht machen“, sagt Erich Wagner, einer der Organisatoren. Das habe man ihm seitens der Stadt mitgeteilt. Das stimmt, sagt Elisabeth Kalenberg, geschäftsführende Beamtin der Stadt, auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen. Ab 2. November soll es zum Stillstand kommen – dazu gehören eben auch kulturelle Veranstaltungen, so Kalenberg. Somit wäre die Umsetzung der Schau „verboten gewesen“, sagt Kalenberg.
Stadt: „Uns hat das
wirklich leidgetan“
Zunächst wollten die Maler eine Woche lang ihre Werke zeigen – ohne Vernissage. Als dann der zweite Lockdown unausweichlich schien, überlegten die Maler kurzfristig, ihre Kunstwerke ausschließlich am 31. Oktober und 1. November in der Schule auszustellen. Aber auch das sei nicht möglich gewesen, sagt Erich Wagner auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen. Kalenberg: Die Entscheidung sei der Stadt nicht leicht gefallen, man habe viele Gespräche geführt. „Uns hat das wirklich leidgetan“, sagt sie. Aber: „Für zwei Tage hätte der Aufwand in keinem Verhältnis gestanden.“
Deshalb habe man der Gruppe seitens der Stadt vorgeschlagen, die Jahresausstellung auf die Weihnachtsferien zu verlegen, so Kalenberg. Aber wer wisse laut Wagner schon, was dann sei? Deshalb favorisiert Wagner die Osterferien. Vielleicht könne man dann bereits besser planen.
Heuer hätte die Jahresausstellung der Kolbermoorer Maler zum 42. Mal stattgefunden. Hätte. Bisher sei sie nie ausgefallen. Wagner organisiert die Schau gemeinsam mit Sabine Koschier und Hanni Harzenetter. „Es ist sehr bedauerlich, weil wir uns heuer ausgesprochen große Mühe mit den Vorbereitungen gegeben haben“, sagt Harzenetter. Auch Wagner findet es „sehr schade“ und auch Koschier schließt sich an. Dennoch: Die Gesundheit stehe an erster Stelle. Obwohl die Kolbermoorer Maler ein Hygienekonzept erarbeitet haben: Keine Vernissage, gewisse Abstände, eine gedeckelte Anzahl an Besuchern – dafür habe man extra eine Art Ampel anfertigen lassen. Sie hatten an alles gedacht.
Und auch die Beschriftungen der Bilder waren fertig, die Titel, die Preise – alles. Die Kunstwerke waren verpackt – startklar zum Aufbau in der Schule. „Sie standen fast schon neben dem Wagen“, sagt Wagner. Gestern Nachmittag um 14.30 Uhr wollten sich die Maler vor der Schule treffen, um alles aufzubauen. Wollten.
„Es ist so schade“, sagt Wagner. Das ganze Jahr über habe man gemalt und sich nun sehr darauf gefreut, die Kunstwerke der Öffentlichkeit zu zeigen. „Man ist ja stolz auf das, was man geschaffen hat“, sagt er. „Die Maler sind traurig.“ Aber: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben und deshalb wolle er nun mit der Stadt in Verbindung bleiben, um nach einem Alternativtermin zu suchen.