Kolbermoor – Die Kolbermoorer sind Bücherfans. Trotz Corona. Oder vielleicht gerade wegen der Pandemie. Denn bis Anfang November konnte Gudrun Holzhauser bereits 124000 Ausleihen in der Kolbermoorer Bücherei verzeichnen. Das sind nur 10000 Ausleihen weniger, als im kompletten Jahr 2019, rechnet die Bücherei-Leiterin vor. Und dass, obwohl die städtische Einrichtung im Frühjahr über Wochen wegen des Lockdowns geschlossen war.
Onleihe stark
gestiegen
In dieser Zeit hat das Bücherei-Team zum einen einen Bücher-Bringdienst für ältere und kranke Kolbermoorer angeboten. Zum anderen bestand natürlich weiterhin die Möglichkeit, sich online Medien auszuleihen. Dieses Internet-Angebot kann jeder nutzen, der einen Internetzugang hat und einen Bücherei-Ausweis, erklärt Holzhauser. Und diese sogenannte Onleihe wurde genutzt – weitmehr als 2019: Bis Anfang November 2019 wurden 11025 Bücher via Internet ausgeliehen – 2020 sind es bis zum gleichen Zeitpunkt bereits 12554 Ausleihen, so Holzhauser. Dieses Angebot werde immer häufiger genutzt – „es nimmt kommod zu“, sagt sie.
Dennoch kommen viele Ausweisinhaber weiterhin in die Bücherei, um sich Romane, Krimis und Co. auszuleihen. Aber auch da hat Holzhauser Veränderungen festgestellt: Einige kamen vor Corona fast jeden Tag. Das ist jetzt anders: „Sie besuchen die Bücherei seltener, dafür nehmen sie aber einen ganzen Schwung mit“, sagt sie. Demnach tragen sie Tüten voller Literatur nach Hause. So sind sie für die nächsten Wochen literarisch ausgestattet.
Geschlossen ist derzeit das Lesecafé. Bis Anfang November hatte es in der Bücherei noch geöffnet. Ein gemütlicher Bereich, in dem der Besucher einen Kaffee trinken und in der Zeitung lesen kann, beispielsweise. Allerdings habe das Bücherei-Team heuer das Platzangebot eingeschränkten müssen – Corona lässt grüßen. Mittlerweile besteht keine Möglichkeit mehr, Platz zu nehmen, um zu schmökern. Es hilft nichts, sagt Holzhauser. „Wir müssen alle vernünftig sein und die Regeln einhalten.“
Mühselige
Situation
Das sieht das Gros der Besucher genauso, sagt Holzhauser. Maske auf, Bücherei betreten, Hände desinfizieren, Buch ausleihen – ab nach Hause. Es sei alternativlos. Dennoch: Die Situation sei mühselig, jeder passt auf, sich an die Regeln zu halten. Aber das drücke schon manchmal auf die Stimmung, deshalb hat Holzhauser auch jede Menge Buchtipps parat – auch welche, um die Stimmung zu heben (siehe Kasten).