Neue Heimat Kolbermoor

von Redaktion

Die Stadt wächst – Entwicklung im Bereich der Einwohner und des Wohnungsbaus

Kolbermoor – Kolbermoor wächst: Binnen der letzten fünf Jahre gab es einen Zuzug von 345 Bürgern. Heute leben 19491 Menschen in Kolbermoor. Über die Einwohnerentwicklung in der Mangfallstadt hätte Bürgermeister Peter Kloo (SPD) in der Bürgerversammlung gesprochen. Die ist Corona zum Opfer gefallen. Deshalb spricht der Rathauschef jetzt im Mangfall-Boten über eines der Themen, die er bei der Veranstaltung vorgetragen hätte: Einwohnerentwicklung in der Stadt und Wohnraum.

Rund 100 neue
Bürger 2019

2019 verzeichnete das Kolbermoorer Einwohnermeldeamt 1458 Neuanmeldungen. Dieser Zahl stehen 1363 Abmeldungen gegenüber – der Zuwachs liegt also bei etwa 100 neuen Kolbermoorern. Rathauschef Peter Kloo wirft dabei einen Blick auf die Herkunft der Zugezogenen.

Schließlich werde oft behauptet, dass viele reiche Münchner sich in Kolbermoor ansiedeln – „ihr baut nur für Münchner, heißt es oft“, so Kloo. Das stimmt dem Einwohnermeldeamt zufolge nicht: 66 Prozent der Zugezogenen stammen aus Stadt und Landkreis Rosenheim, 21 aus dem restlichen Bayern. Fünf Prozent aus der restlichen Republik und acht Prozent aus allen Teilen dieser Welt.

Der Rathauschef erklärt auch, dass die „rege Bautätigkeit“ nicht nur auf den Zuzug zurückzuführen ist: Laut Kommunalstatistik 2018 lag der Zuwachs in Kolbermoor binnen vier Jahren bei 470 Personen. Demgegenüber stehen im gleichen Zeitraum 250 neue Wohnungen. Das bedeutet eine Wohnbelegung von 1,88 Personen je Wohnung bei Neubezug.

2015 lag diese Zahl noch bei 2,1 Personen je Haushalt. 2018 waren es nur noch 2,0 Bürger. Kurz: Die Anzahl der Personen in einem Haushalt sinkt. Bayernweit – und diese Zahl überträgt der Rathauschef auch auf Kolbermoor – beanspruchte eine Person 2019 eine Wohnfläche von 48,2 Quadratmetern. 1991 waren es 37,5 Quadratmeter. Das heißt: „Alleine in dieser Zeit ist der Bedarf an Wohnfläche um knapp 30 Prozent gestiegen – ohne das dabei der Zuzug berücksichtigt wäre.“

Ergo: Künftig ist mehr Wohnraum für Ein- bis Zweipersonenhaushalte erforderlich – „mehr Geschosswohnungsbau und weniger Ein- und Zweifamilienhäuser.“

Und das bringt die Stadt Kolbermoor auch auf den Weg: 70 Wohnungen am Glasberg, 150 am Mangfallring. Darüber hinaus sollen im Bereich Gärtnerstraße und Spinnereipark West rund 220 Wohnungen entstehen. Und an der Conradtystraße werden 300 Wohnungen gebaut – etwa 70 davon werden im geförderten Wohnungsbau errichtet.

Wichtig ist dem Rathauschef auch, die städtischen Wohnungen regelmäßig aufzuhübschen oder eben durch Sanierung zu erhalten, wie derzeit beispielsweise in der Werkssiedlung an der Von-Bippen-Straße – auch dort sollen neun Wohneinheiten entstehen. Ebenfalls beginnen derzeit die Planungen für den Ersatzbau der Wohnanlage Untere Mangfallstraße 11-11c.

Auch von Obdachlosigkeit bedroht: Alleinerziehende mit Kindern und Senioren

Derzeit entstehen in Kolbermoor im Wohn- und Geschäftshaus am Rathaus 17 Einheiten im geförderten Wohnungsbau am Rathaus. „Diese Wohnungen werden dringend benötigt“, sagt Bürgermeister Peter Kloo. „Der Liegenschaftsverwaltung liegen derzeit etwa 430 Wohnungsanträge vor – Tendenz steigend.“ Die Kommune hat 345 städtische Wohnungen – aktuell sind 94 sozial gefördert. Die Mietpreise pro Quadratmeter liegen derzeit zwischen 3,50 Euro (Altbau ohne Bad) und neun Euro (saniertes Haus, beziehungsweise Neubau). Darüber hinaus bringt die Stadt derzeit auch 20 Obdachlose unter. Kloo: „Zunehmend sind auch Alleinerziehende mit Kindern und Senioren von der Obdachlosigkeit bedroht und betroffen. Das stellt die Stadt vor große Herausforderungen.“ Der Bürgermeister erklärt, dass erst kürzlich eine verzweifelte Mutter mit ihren Kindern im Rathaus stand, weil ihr die Obdachlosigkeit drohte. Man habe dann versucht, die kleine Familie unterzubringen – in einer Wohnung in der Stadt, die gerade leer stand.

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