Kolbermoor – Kommt ein Vöglein geflogen: In den Garten von Annemarie Obermayer, die in Mitterhart wohnt, gesellt sich des Öfteren „dieser farbenprächtige Eisvogel“. Am liebsten setzt er sich an ihren Teich. „Neulich habe ich ihn auf frischer Tat ertappt, als er sich am Teich bediente.“ Dass er ihr einen Fisch mopste, war für sie kein Problem: „Es war wie Weihnachten für ihn und ein Glücksmoment für mich.“
Klimawandel begünstigt Population
Vor rund 30 Jahren war der Eisvogel in Kolbermoor selten, sagt Jürgen Halder vom technischen Bauamt. Die Population habe sich mittlerweile vermehrt: Denn durch die milden Winter sei er auch in der Mangfallstadt anzutreffen, erklärt er. „Da zeigt sich der Klimawandel, denn der Vogel ist schon empfindlich, was die Kälte betrifft.“
Das Besondere ist, dass viele Bürger ihn bei seinem Flug gar nicht erkennen, denn seine türkise Farbe mache ihn oft unsichtbar. Halder nennt ihn das „fliegende Juwel“. Er erklärt, dass man ihn am besten an seinem Schrei erkennen kann.
Der Vogel fliegt nah über der Wasseroberfläche. Er gehört zu den sogenannten Stoßtauchern – das heißt, dass er ins Wasser schießt, um seine Beute zu erwischen. Auf seinem Speiseplan stehen beispielsweise die Elritze oder die Aitel. Kleine Fische die auch in Kolbermoorer Gewässern zu finden sind. Halder hat den Eisvogel schon oft gesehen, am Tonwerkgelände, im Spinnereipark, an an Mangfall und Werkskanal.
Und dass er sich bei Obermayer im Mitterharter Garten so wohlfühlt ist kein Wunder: Ihr Teich bietet den perfekt, gedeckten Tisch. Und darüber freut sich nicht nur das fliegende Juwel.