Die Helfer in der Not

von Redaktion

Das Technische Hilfswerk Rosenheim blickt auf zahlreiche Einsätze zurück

Rosenheim – Es war ein außergewöhnliches Jahr für das Technische Hilfswerk Rosenheim (THW). Seit Beginn der Corona-Pandemie veränderte sich schlagartig die gesamte Arbeit für den Ortsverband. Um in der Region die schwere Zeit zu überwinden, waren plötzlich Testzentren, Nottransporte und Maskenlieferungen gefragt. Doch trotz massiver Einschränkungen im Dienstbetrieb, konnte man an vielen Stellen unterstützen und zieht letztendlich eine positive Jahresbilanz.

4750 Arbeitsstunden
alleine wegen Corona

„Der erste Corona-Einsatz war bereits am 13. März“, erinnert sich Harald Feckl, der Ortsbeauftragte des Rosenheimer THW. Das Vogtareuther Schön-Klinikum wurde durch die Einsatztruppen mit dem Aufbau von Zelten und Containern inklusive Licht, Heizung, Bauzäunen und Zugangskontrollen coronasicher gemacht. Das war der Auftakt zu insgesamt 4750 Arbeitsstunden mit 730 Einsatzkräften, die versuchten, die besondere Lage in den Griff zu bekommen. Mit verschiedenen Fachgruppen habe man auf die jeweiligen Anforderungen reagiert und die zur Verfügung stehenden Kräfte in verschiedenen Notsituationen eingesetzt.

Eine wichtige Aufgabe: Der Aufbau von Teststationen. Das mittlerweile etablierte Gelände auf der Rosenheimer Loretowiese entstand aus Zelten und Pavillons, die vom THW angeliefert und aufgebaut wurden. Auch an der Grenzkontrollstelle in Kiefersfelden war der Rosenheimer Ortsverband zur Stelle und sorgte für einen geregelten Aufbau, um im Auftrag der Bayerischen Staatsregierung Rückkehrer aus den Urlaubsregionen testen lassen zu können.

Ein weiteres wichtiges Thema war der Transport von dringend benötigtem Material. Mit Gerätekraftwägen, Planenanhängern und Lkws konnte man den Rosenheimer Landkreis mit Masken, Desinfektionsmittel und Schutzanzügen versorgen. „Schon frühzeitig haben wir Beatmungsgeräte und dazugehörige Überwachungseinheiten an das Klinikum in Rosenheim ausgeliefert“, berichtet Feckl. Insgesamt wurden demnach aufgrund von Corona 20042 Kilometer zurückgelegt, was circa einer halben Weltumrundung entspricht. Von den 73 Fahrten seien dabei 13054 Kilometer auf reine Transporte zurückzuführen.

Diese zahlreichen Touren durch die Region seien für das Rosenheimer Hilfswerk allerdings alles andere als einfach gewesen. Durch die zahlreichen Corona-Vorschriften wurden die Einsätze laut dem Rosenheimer Ortsbeauftragten teilweise massiv erschwert: „Normalerweise kommen wir auf circa 40000 Dienststunden im Jahr. Dieses Mal ist es rund die Hälfte. Daran sieht man, wie sehr uns das Virus auch selbst eingeschränkt hat“.

Trotz der ungewohnten Schwierigkeiten ist man beim THW aber durchaus zufrieden mit der geleisteten Arbeit für die Stadt. Neben den Corona-Spezialeinsätzen konnte man sich beim Rosenheimer Hochwasser im August genauso als wertvoller Helfer erweisen wie bei der aktuellen Verteilung von Masken für Lehrer oder bei dem Transport von Schutzausrüstung für Rosenheimer Alten- und Pflegeheime.

Harald Feckl ist sich daher sicher, dass man dieses Jahr „kaum etwas ausgelassen“ hat und ist zuversichtlich, auch im nun begonnen Jahr 2021 wieder einen wichtigen Beitrag im Rosenheimer Landkreis leisten zu können.

Jahresbilanz des THW

• Handdesinfektions-
mittel:
58671 Liter

• Flächendesinfektions-

mittel: 19880 Liter

• Schutzbrillen: 15066

• FFP2-Masken: 779531

• FFP3-Masken: 5100

• MNS Masken: 1732940

• Einweghandschuhe:

746200

• Kittel: 2260

• Schutzanzüge: 21815

• Beatmungsgeräte: 35

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