Kolbermoor – Frau Holle macht Pause. Sie rüstet sich für nächste Woche – da soll es wieder ordentlich schneien. Den ersten Schnee haben die Mitarbeiter des Bauhofs schnell unter Kontrolle gehabt. „Wir sind gut organisiert“, sagt Michael Glas. Der Leiter des Bauhofs erklärt, sobald Schnee im Anmarsch ist, laufe alles wie am Schnürchen: Ein Mitarbeiter steht nachts um 2.30 Uhr auf und schaut, ob es schon schneit. Falls ja, alarmiert er seine Kollegen – und ab etwa 3.30 Uhr sind die Bauhofmitarbeiter in Kolbermoor im Einsatz. Ihr Pensum: 75 Kilometer Straßen und Gehwege – und das in doppelter Hinsicht, denn beide Seiten müssen ja geräumt werden. Also 150 Kilometer – und das zweimal täglich.
Frühaufsteher
gehen ans Werk
Falls es gegen 2.30 Uhr noch nicht schneit, schaut der Mitarbeiter jede halbe Stunde aus dem Fenster. Wenn dann die ersten Flöckchen vom Himmel fallen, geht‘s in den Bauhof. Vor Ort werden dann die Aufgaben verteilt. So wird ein Gärtner beispielsweise auch mal zum Schneeräumer – „da sind wir ganz flexibel“, so Glas.
Dann sind die 14 Mitarbeiter auf Kolbermoors Straßen, Fußwegen und Plätzen unterwegs. Das heißt: Sie haben einen Maschinenpark von zwei Lkws, zwei Traktoren, einem kleinen Rollfahrzeug, zwei kleinen Traktoren.
Obendrein sind drei Fahrzeuge mit Mitarbeitern unterwegs, die als Fußtruppe im Einsatz sind. Zum Beispiel an den Bushaltestellen, Ampelübergängen, vor dem Rathaus oder bei der Feuerwehr. Diese Schneeräumtour werde täglich bis zu dreimal wiederholt – sollte es ununterbrochen schneien, so Glas.
Zum einen wird geräumt, aber auch Salz gestreut. Insbesondere auf den Straßen. Der Kolbermoorer Bauhof hat ein Fahrzeug, bei dem eingestellt werden kann, wie viel Salz bei der Fahrt pro Quadratmeter verteilt wird. In der Mangfallstadt sind es laut Glas zehn Gramm Salz pro Quadratmeter. Das verteilt das Fahrzeug bei der Fahrt. Es ist immer die gleiche Menge, unabhängig von der Geschwindigkeit. Alle drei Tage muss das Fahrzeug dann wieder mit Salz gefüllt werden, damit die Straßen sicherer werden.
Daneben setzt die Fußtruppe, wie Glas sie nennt, Blähschiefer ein, beispielsweise auf Plätzen oder Fußwegen. Kein Split? Nein, denn wenn der Schnee weg ist, könne man leicht auf dem Split ausrutschen. Der müsste dann überall weg- gekehrt werden. Das sei von den Kapazitäten her nicht möglich, so Glas. Der Blähschiefer zerbröselt, wenn man drauftritt.
Auch Radlwege
werden geräumt
Die Mitarbeiter kümmern sich auch um die Radwege, beispielsweise an der Staatsstraße – Richtung Rosenheim und Bad Aibling. Für diese Straße ist der Landkreis zuständig, wenn es ums Räumen geht. Waren dessen Mitarbeiter schon im Einsatz, sind teilweise die Radwege voller Schnee. Den räumen die Bauhofmitarbeiter dann weg, um auch den Radlern freie Fahrt zu bieten.
Geräumt werden auch Plätze. Und von dort wird der Schnee dann gleich beispielsweise zum Sportplatz Am Rothbachl oder auf den Platz nahe der BMX-Bahn gebracht. Das hat einen Grund: Fängt es an zu tauen, werde über Nacht der Platz zu einer einzigen Eisfläche, so Glas. Der Schnee darf übrigens nicht einfach in Gewässer gekippt werden, erklärt Glas. „Schließlich könnte Müll wie Plastik darunter sein.“ Taut es, kommen die Mitarbeiter und sammeln den Müll ein.
Und jeden Abend bestücken die Mitarbeiter ihre Gefährte mit Salz und Co. – damit sie bei Bedarf gegen 3.30 Uhr auf den Kolbermoorer Straßen für Sicherheit sorgen können.