Hoch die Tassen – mit fairem Inhalt

von Redaktion

CSU/FDP und Grüne stellen Antrag zur Bewerbung als Fairtrade-Stadt

Kolbermoor – Am Rande der jüngsten Stadtratssitzung reichten die Fraktionen der CSU/FDP und von Bündnis90/Die Grünen den gemeinsamen Antrag ein, dass sich die Stadt Kolbermoor an der Kampagne „Fairtrade Towns“ beteiligen soll.

Die Kampagne, an der beispielsweise die Städte Rosenheim und Bad Aibling teilnehmen, war bereits bei der CSU und den Grünen in der Kommunalwahl einer der Kernpunkte im Wahlprogramm. So war es naheliegend, dass sich beide Fraktionen dazu entschlossen, in einem parteiübergreifenden Arbeitskreis bei diesem Thema zusammenzuarbeiten.

Verantwortung
verdeutlichen

Der Grundgedanke: „In einer globalisierten Welt bedeutet Konsum auch Verantwortung, vor allem die der Konsumenten gegenüber den Produzenten“, heißt es in der Pressemitteilung.

„Mit der Teilnahme am Fairtrade-Programm wollen wir auch auf die prekäre Situation der Kleinbauern in vielen Entwicklungsländern hinweisen, die gerade auch durch die derzeitige Corona-Pandemie hart getroffen werden“, so CSU-Fraktionssprecher Leonhard Sedlbauer. Die Fairtrade-Siegel auf Verpackungen würden größtmögliche Sicherheit schaffen, dass das enthaltene Produkt unter guten Bedingungen und gegen ausreichende Bezahlung produziert wurde. Leider sei dieses Verständnis auch in Deutschland noch nicht selbstverständlich geworden. „Wir sehen insbesondere die Gemeinden, die ja ebenfalls wichtige soziale Aufgaben in der Solidargemeinschaft erfüllen, in der Pflicht, für mehr Ökologie und Nachhaltigkeit zu werben“, findet Grünen-Stadtrat Michael Hörl.

Die Fraktionen sind überzeugt davon, dass die Kampagne „Fairtrade Towns“ die Möglichkeit schafft, diese Aufgabe mit Unterstützung durch ein großes Netzwerk zu verwirklichen.

In Form einer Zusammenarbeit von Politik, örtlichem Gewerbe, Vereinen, kirchlichen Glaubensgemeinschaften und Schulen stelle die Kampagne sicher, dass alle Gruppen des Zusammenlebens zu mehr fairem Handel beitragen können. Für die Gewerbetreibenden ergebe sich zusätzlich eine weitere Möglichkeit zur öffentlichen Bewerbung ihres Fairtrade-Sortiments und somit eine zusätzliche, kleine Hilfe bei der Bewältigung der Wirtschaftsfolgen der Pandemie.

Steuerungsgruppe
wird gebildet

Um die Zertifizierung zur „Fairtrade Town“ zu erhalten, müssen bestimmte Kriterien erfüllt werden. Von Seiten des Stadtrates muss ausdrücklich ein Beschluss erfolgen, der die Einhaltung der Kriterien zum Abschluss einer erfolgreichen Bewerbung beinhaltet.

Erst danach kann die Steuerungsgruppe, deren Ziel es ist, die unterschiedlichen Gruppierungen zur Erfüllung der Kriterien zu koordinieren, ihre Arbeit aufnehmen. „Der Stadtrat Kolbermoor bestimmt aus seiner Mitte zwei Vertreter in der Steuerungsgruppe“, so der Wortlaut des Antrags.

Infos unter

www.fairtrade-towns.de

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