Kopf des Kini wieder erkennbar

von Redaktion

Sturz der König-LudwigII.-Statue vom Sockel jährt sich zum zweiten Mal

Kolbermoor – Der Sturz des Kolbermoorer Monarchen jährt sich heuer zum zweiten Mal: Anfang März 2019 fegte der Sturm die fast lebensgroße Statue König Ludwig II. von ihrem Sockel an der Haßlerstraße. Zunächst wurde der „Kini“ in den Bauhof gebracht – von dort dann nach Regensburg. Dort sollte er bei „Haber und Brandner – Metallrestaurierung“ wieder auf Vordermann gebracht werden.

Ziseleur hat das Haupt wieder hergerichtet

Der Kopf der Monarchen-Statue habe seinem Team zunächst große Sorgen bereitet, weil er komplett zusammengestaucht war, erklärte Werkstattleiter Klaus Schindlbeck auf Anfrage des Mangfall-Boten. „Man erkannte eigentlich nur noch wenige Teile des Gesichtes und der Haare.“

Aber dieses Problem konnten die Regensburger Experten mittlerweile lösen: „Ein Kupfer-Ziseleur hat das Material erhitzt und den Kopf in die Länge gezogen. Er wurde ausgeklopft und gekittet“, so Schindlbeck. „Es hätte auch schief- gehen können, aber es hat funktioniert.“

Innenkonstruktion
durch Stützgerüst ausgetauscht

Darüber hinaus wurde die Innenkonstruktion erneuert: Als Füllmaterial war laut dem Werkstattleiter ursprünglich Beton und Ziegel verwendet worden. Das sei durch ein Stützgerüst aus Edelstahl ersetzt worden, um die Statue zu stabilisieren. Was jetzt noch anstehe, sei die Patinierung. Schindlbeck: „Sie wird an die Original-Patina angeglichen.“

Erneuert werden müsse an der Hasslerstraße jetzt noch der Sockel des Denkmals, ergänzt Jürgen Halder vom Bauamt der Stadt Kolbermoor. Denn die massige Statue des Monarchen bringe mehrere 100 Kilogramm auf die Waage. Wann der Kini wieder aufgestellt werden kann, sei aber noch offen, so Halder.

Im vergangenen Herbst wurde beim Ausbau einer Metallplatte in der Mörtelverfüllung des Sockels eine Blechdose samt vergilbter Urkunde gefunden. Laut dem Regensburger Kunsthistoriker Maximilian Heimler stammt sie aus dem Jahre 1909 – als der Kolbermoorer Kini aufgestellt wurde (siehe Kasten).

Diskutiert wurde letztlich im Stadtrat, ob die Statue des Monarchen wieder an ihren angestammten Platz an der Hasslerstraße zurück soll. Im Zuge der Restaurierung hatte sich die Stadtverwaltung Gedanken gemacht, ob der Standort weiterhin passend sei. Schließlich sei das Areal städtebaulich überplant, so die Argumentation. Ihr Vorschlag: ein Standort in der Nähe des Denkmals vor dem Alten Friedhof. Das Ratsgremium entschied sich aber gegen die Verlegung.

Jetzt kommt die Statue wieder an ihren alten Platz an der Hasslerstraße.

Besondere Statue in Kolbermoor

Fast 110 Jahre stand der Kolbermoorer Kini auf sicheren Füßen: Am 19. September 1909 wurde die nahezu lebensgroße Statue von König Ludwig II. an der damaligen Von-Bippen-Straße – dem heutigen Karl-Daniels-Platz – enthüllt. Das Besondere: Das Bronzedenkmal war das erste Denkmal für den König, das außerhalb Münchens errichtet wurde. 1902 war dafür der „Verein zur Errichtung eines König-Ludwig-Denkmals“ gegründet worden. Spendensammlungen machten schließlich die Aufstellung im Herbst 1909 möglich. An der Feier beteiligt waren unter anderem Schützenvereine sowie auswärtige Veteranen- und Kriegervereine. Als Kolbermoor 1963 zur Stadt erhoben wurde, sollte der Standortbereich des Denkmals städtebaulich verändert werden. Deshalb musste der Kini zur Hasslerstraße umziehen. Dort stand er bis zum 4. März 2019, als der Sturm ihn vom Sockel fegte.

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