Kolbermoor – Treibt in Mitterhart ein Tierhasser sein Unwesen? Auf Kater Leo (15) wurde geschossen. Jetzt musste der Kater, der in der Schäfersiedlung sein Zuhause hatte, eingeschläfert werden. „Da muss ein Tierhasser unterwegs sein“, sind sich Leos Besitzer, Bernhard und Roswitha Maier, einig. Als sie seitens des Tierarztes den Befund erhielten, dass drei Luftgewehr-Projektile im Körper festgestellt wurden, erstatteten sie bei der Bad Aiblinger Polizei Anzeige.
Immer mehr
Gewicht verloren
Aber von vorne: Die Katzen Leo und Tiger, beide 15 Jahre alt, leben beim Ehepaar Maier in Mitterhart. Sie sind Freigänger – also immer draußen unterwegs und verrichten dort auch ihr Geschäft. „Als es jetzt so bitterkalt wurde, blieben die Katzen in der warmen Stube.“ Bei der Säuberung des Katzenklos stellte Bernhard Maier fest, dass Leo an starkem Durchfall litt – „das habe ich vorher ja nicht gemerkt, weil die Tiere immer draußen ihre Notdurft verrichten“. Schon vorher hatten sie allerdings festgestellt, dass Leo immer dünner wurde.
Tierarzt konnte
zunächst nicht finden
Das Ehepaar Maier brachte Leo zum Tierarzt. Der konnte auf den ersten Blick nichts feststellen und meinte, dass das Tier eventuell etwas Falsches gefressen habe oder etwas, was er nicht verträgt. Daraufhin sprach Maier die Nachbarn an, dass sie Leo nichts mehr zu fressen geben. „Denn jeder kennt Leo und Tiger in der Nachbarschaft.“ Aber auch das brachte keine Linderung – Leo wurde immer dünner.
Die Kolbermoorer gingen wieder zum Tierarzt: Der röntge das Tier. Die Aufnahmen zeigten Bleikugeln – zwei in den Läufen, eine im Bereich Gallenblase/Leber. Auf Leo wurde also mit einem Luftgewehr geschossen. „Ein ursächlicher Zusammenhang für die schwere Erkrankung des Tieres ist sehr wahrscheinlich“, erklärt der Veterinär in einer Bescheinigung, die der Redaktion vorliegt. Leo war nicht mehr zu retten – der 15-jährige Stubentiger musste eingeschläfert werden.
Die Maiers können es nicht fassen. Wer schießt auf Tiere? Aber haben sie nichts gemerkt? Keine Wunde? Kein Blut? Maier erinnert sich: Etwas Blut war im Herbst auf der Terrasse. „Ich dachte, Leo hätte sich an der Pfote verletzt.“
Aber da war nichts, erinnert er sich. Aber doch erinnert er sich ganz genau, hängen die Blutstropfen doch zeitlich auch mit Leos beginnendem Gewichtsverlust zusammen.
„Ich habe jetzt wirklich Angst um die Katzen, die hier leben“, sagt Maier – und natürlich auch um Tiger, der seither alleine auf der Couch der Maiers liegt. Deshalb hat er auch Zettel im Bereich der Schäfersiedlung aufgehängt.
Darin informiert er über den Hergang. Will die Katzenhalter aber auch warnen: Sollte Euch Ähnliches widerfahren sein, oder habt Ihr sonstige Hinweise, wären wir über eine Nachricht dankbar.“
Aber ist das schön öfter passiert? „Ich weiß es nicht“, sagt Maier. Auch der Bad Aiblinger Polizei liegen wegen Luftgewehrschüssen auf Katzen in Kolbermoor keine weiteren Anzeigen vor, erklärt Polizist Meinrad Beilhack auf Anfrage des Mangfall-Boten.
Was kann man machen? „Das ist schwierig“, erklärt Beilhack. „Denn den Schuss eines Luftgewehrs hört man nicht – lediglich ein Plopp“, sagt er. Beilhack rät: Wenn ein Luftgewehrschuss seitens des Tierarztes bestätigt wurde, sollen die Halter dringend Anzeige erstatten.“
Er sagt auch, dass man mit der Munition keine Katze töten kann, aber eben verletzen. Und genau so ist es bei Kater Leo ja auch gewesen. Er ist nicht am Schuss gestorben, musste aber wegen der Folgen eingeschläfert werden.