„Wir kämpfen weiter“

von Redaktion

Kolbermoorer Bürgerinitiative Nordzulauf will betroffene Gemeinden weiterhin unterstützen

Kolbermoor – Kolbermoor ist raus. Die Nordzulauf-Trasse, die die Kommune betroffen hätte, ist vom Tisch (wir berichteten). Nachdem die Entscheidung am Dienstag bekannt gegeben wurde, liefen bei Ralf Exler, Sprecher der Bürgerinitiative Nordzulauf, die Whatsapp-Gruppen heiß: „Alle Bürgerinitiativen waren in einem großen Austausch“, sagt er auf Anfrage des Mangfall-Boten. Denn die Strecke soll im Inntal Richtung Brenner östlich von Rosenheim verlaufen. Weil laut Deutscher Bahn alle Varianten westlich von Rosenheim am Seeton scheitern. Der Untergrund sei für so ein Riesenprojekt nicht geeignet, heißt es.

Teilnahme
an Aktionen

Und obwohl die Mangfallstadt jetzt nicht betroffen ist, will man sich seitens der Kolbermoorer Bürgerinitiative weiterhin engagieren: „Bei aller Erleichterung: Wir kämpfen weiter. Wir wollen solidarisch mit den Nachbargemeinden sein“, sagt der Sprecher der Bürgerinitiative, die sich 2018 gegründet hat und mittlerweile rund 1500 Mitglieder zählt. Seit ihrer Gründung hat die Initiative rund zehn große Aktionen, wie Infoveranstaltungen, Sternenmarsch und 1000 Feuer, mit auf die Beine gestellt hat. Die Kolbermoorer werden den anderen Bürgerinitiativen im Landkreis weiterhin zur Seite stehen. Das bezieht sich auch auf die Aktion am Samstag, 24. April. An diesem Tag soll ein großer Auto-/Traktorencorso auf die Beine gestellt werden, erklärt Exler. Von 15 bis 16 Uhr soll von Ostermünchen bis Oberaudorf mit Töpfen, Trillerpfeifen, Kuhglocken und anderen Instrumenten ein akustisches Signal gesetzt werden.

Denn die BI sei immer noch dafür, die Bestandsstrecke zu modernisieren. Daran habe auch die Entscheidung für die violette Trasse nichts geändert, sagt er. Exler erklärt, dass er nicht überrascht gewesen sei, dass der Seeton den Ausschlag für den Vorschlag der lilafarbenen Trasse gegeben habe.

„Darauf haben der Bürgermeister und ich immer wieder hingewiesen“, sagt Exler.

Bürgermeister Peter Kloo: „Solidarität ist weiterhin gefragt“

„Natürlich wird die nun vorgestellte Vorzugstrasse bei den Bürgern in Kolbermoor für großes Aufatmen sorgen. Das Gesamtprojekt bleibt dennoch eine große Herausforderung für den gesamten Landkreis, besonders für die nun direkt betroffenen Kommunen“, sagt Rathauschef Peter Kloo. Das Versprechen, möglichst große Tunnelanteile zu planen, sei eingehalten worden, was sicherlich dem großen Engagement und der zahlreichen Mitwirkung der Bürgerinitiativen zu verdanken sei, so der Rathauschef weiter. Dennoch bleiben für ihn weiterhin große Zweifel an der grundsätzlichen Auswahl des Planungsraumes und der Notwendigkeit einer Neubaustrecke durch das dicht besiedelte Inntal und das Rosenheimer Umland bestehen. Eine Verlagerung des Planungsraumes und zumindest eine ernsthafte Untersuchung einer Trasse, die näher an der Achse Freilassing-Mühldorf-Regensburg läge, hält der Kolbermoorer Bürgermeister für angebracht. „Das muss eine gemeinsame Forderung der gesamten Region bleiben.“ Der Bürgermeister: „Sollte es dennoch bei der nun präsentierten Vorzugstrasse bleiben, werden wir auch weiterhin die betroffenen Kommunen unterstützen.“ Solidarität sei hier gefragt.

„Dies gilt auch für die Forderung an die Bundes- und Landespolitik, die längst überfälligen Bedingungen zu schaffen, um nicht notwendige Verkehre zu unterbinden und dafür zu sorgen, dass für den ÖPNV und den Güterverkehr attraktive Angebote auf der Schiene geschaffen werden.“

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