Herr über 130 Kilometer Leitungen

von Redaktion

Wie Kolbermoor mit Wasser versorgt wird, erklärt Dominik Oswald

Kolbermoor – Mit dem Wasser ist es so wie mit dem Strom: Der kommt bekanntlich aus der Steckdose, und das Wasser aus dem Hahn. Über das, was und wer hinter diesen Selbstverständlichkeiten steckt, macht man sich normalerweise keine Gedanken.

In Kolbermoor ist es der 33-jährige Dominik Oswald mit seinen sechs Mitarbeitern. Er ist Kolbermoors Wassermeister und sorgt dafür, dass auch wirklich etwas fließt, wenn man die Hähne öffnet. Zu tun hat er genug, denn er ist verantwortlich für insgesamt 130 Kilometer Leitungen, und das sind nur die großen Verbindungsleitungen, dazu kommen noch 120 Kilometer an Rohren für die Hausanschlüsse. Und bei diesen Leitungen ist es beileibe nicht so, dass sich an ihnen nach der Verlegung nichts mehr tut.

Er sorgt dafür,
dass es fließt

Der Untergrund bewegt sich mehr, als man denkt, denn trockene Perioden oder länger anhaltende Regenfälle schlagen nach unten durch und bringen den Boden in Bewegung. Das ist nicht viel, aber zusammen mit dem Zahn der Zeit reicht es, dass Rohrleitungen immer wieder mal undicht werden. Es gibt deshalb, so erklärt Dominik Oswald, keine Wasserversorgung, die nicht mit permanentem Wasserverlust zu tun hat.

Verlust meist
unter zehn Prozent

Alles, was um die zehn Prozent liegt, gilt dabei als normal, wer drunter liegt, hat sehr gute Arbeit geleistet. Kolbermoor liegt meist deutlich unter diesen zehn Prozent und das liegt auch daran, dass sich der Wassermeister und seine Mitarbeiter geradezu auf jede Baustelle stürzen, bei der eine Straße geöffnet wird: Das ist die Chance, auch gleich den Zustand der Wasserleitungen zu überprüfen. Auch sonst hat Dominik Oswald ein wachsames Auge auf den Wasserverbrauch der Stadt, kontrolliert täglich die Werte, die sich nachts, zwischen zwei und vier Uhr, ergeben haben. Da ist der natürliche Wasserverbrauch fast gegen Null, zeigt sich in dieser Zeit gegenüber dem normalen Durchschnitt an mehreren Tagen eine Abweichung nach oben, dann fängt da irgendwo eine Leitung an, Wasser zu verlieren. Die große Frage ist dann jedoch „wo?“. Hier kommt die Erfahrung von Oswald ins Spiel, die sich vor allem auch auf einen schon seit Jahrzehnten penibel geführten Rohrnetzplan stützt: Der Wassermeister weiß genau, wo welche Rohre liegen, wie alt sie sind, kennt deshalb die verdächtigen Kandidaten und kann sich mit seinem Team auf dieser Basis auf die Suche machen.

Lästiger ist es, wenn eine Leitung nicht allmählich immer undichter wird, sondern mit einem Schlag aufgeht und nicht immer ist es so, dass das Wasser an die Oberfläche aufschießt und die Bruchstelle damit anzeigt. Je nach Untergrund kann es sich auch einfach im Bodenaufbau verteilen. Dann wird die Suche zu einem Detektivspiel unter Zeitdruck, das Gefühl, wenn man den Täter verhaftet, also die Bruchstelle identifiziert hat, sagt Dominik Oswald und lacht.

Dass Kolbermoors Wasserverbraucher von solchen Problemen meist nichts mitbekommen, liegt daran, dass ein Wassernetz im Grunde wie ein Spinnennetz aufgebaut ist. Fällt eine Leitung vorübergehend aus, ist die Versorgung über Querleitungen fast immer möglich. Schon von daher ist der Wassermeister in jede Bebauungserweiterung in Kolbermoor von Anfang an mit eingebunden, sieht zu, dass sich „sein“ Spinnennetz auch ordnungsgemäß erweitert.

Qualität
stets im Blick

Ein ganz wesentlicher Aspekt der Arbeit ist natürlich auch die Sorge um die Wasserqualität. Die ist in Kolbermoor top, auch Oswald trinkt zu Hause sein „eigenes“ Wasser. Das kann er mit bestem Gewissen tun, denn natürlich wird die Wasserqualität überprüft, überdies durch UV-Bestrahlung noch zusätzlich abgesichert.

Netz gleicht
Spinnennetz

Die Vorsichtsmaßnahmen setzen aber schon vorher an. Immer wieder wird der Bereich in der Willinger Au, in der seit 2007 die Brunnen der Stadt liegen, kontrolliert. Zwar ist penibelst vorgeschrieben, was in der Schutzgebietszone erlaubt ist und was nicht und mit den dortigen Landwirten, so sagt der Wassermeister, besteht trotz der strengen Auflagen grundsätzlich auch ein sehr gutes Einvernehmen. Trotzdem hat er ein wachsames Auge auf die Schutzgebiete. Denn hier ist er derselben Meinung wie Bürgermeister Peter Kloo, der einwandfreies Wasser für eine der wesentlichsten Grundvoraussetzungen für das Existieren der Stadt jetzt und in Zukunft sieht. Dominik Oswald und sein Team garantieren dafür, dass der Stadtchef samt seinen Bürgern in dieser Beziehung ruhig schlafen kann.

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