Test- und Impfstrategie greift

von Redaktion

Situation in Kolbermoorer Senioren- und Pflegeheimen entspannt

Kolbermoor – Auch in der dritten Infektionswelle schrecken Medienberichte von Corona-Ausbrüchen – zum Teil mit Todesfolgen – in Alten- und Pflegeheimen immer wieder auf. Obwohl Bewohner geimpft sind und für Personal wie auch Besucher Testzwang und strengste Hygieneregeln bestehen, findet das Virus dennoch immer wieder Schlupflöcher, um Menschen zu infizieren.

Nicht so in Kolbermoor, da sind sie derzeit offenbar verstopft: Die Situation in den Einrichtungen in der Stadt ist relativ entspannt, wie eine Umfrage des Mangfall Boten bei den Heimleitungen deutlich macht.

Seit letztem Jahr
kein neuer
Corona-Ausbruch

„Aufgrund der intensiven Vorsorgemaßnahmen gab es seit dem letzten Jahr keinen Corona-Ausbruch beziehungsweise keine Ansteckung mehr in unserem Haus“, freut sich Jakob Hartmann, Leiter des Caritas Alten- und Pflegeheims St. Franziskus in der Flurstraße. Mit dem Betriebsablauf sei er zufrieden, obwohl wegen der behördlichen Vorgaben ein größerer Aufwand betrieben werden müsse.

„Wir haben eine zusätzliche Planstelle für den Empfangsdienst und die Testorganisation schaffen müssen. Dafür soll es einen finanziellen Ausgleich vom Staat geben. Wie der ausschaut, kann ich aber noch nicht sagen.“

Da die Inzidenz über 100 liegt, werden die Mitarbeiter laut dem Heimleiter zwei Mal pro Woche getestet. Besucher müssen ein aktuell gültiges Ergebnis vorweisen, oder sie werden im Heim getestet. „Das lassen über 90 Prozent unserer Gäste zu, denn sie sind sehr froh und glücklich, dass wir diese Möglichkeit anbieten und sie so zu ihren Angehörigen kommen können – wie sie uns immer wieder bestätigen“, so Hartmann. Sie müssen sich allerdings vorher anmelden, „damit wir die Besuche steuern können, vor allem bei Doppelzimmerbelegung“.

Bis auf wenige
Ausnahmen sind alle
Bewohner geimpft

Was ihn besonders freut: „Bis auf wenige Ausnahmen sind alle Bewohner geimpft worden. Drei wollten nicht, bei zwei sprechen medizinische Gründe dagegen.“ Was nicht bedeute, dass es für das Virus keine Schlupflöcher mehr geben könnte. Aber die Situation sei jetzt eine völlig andere als vor einem Jahr, als es weder FFP2-Masken gegeben habe, noch Selbst- oder Schnelltests, geschweige denn Impfstoffe.

Hartmann: „Es mag sich blöd anhören, aber meiner Ansicht nach gibt es derzeit in Bezug auf Corona keinen sichereren Platz als in einem Altenheim. Deshalb dürfte hier über die ersten Lockerungen nachgedacht werden.“ Auch im Seniorenheim Haus Lohholz, Fabrikstraße, ist die Stimmung gut, wie Geschäftsleiter Gregor Kumberger auf Anfrage betont. „Wir haben uns den behördlichen Bestimmungen natürlich angepasst.“ Die Testungen der Mitarbeiter und Besucher seien zwar arbeits- und zeitintensiv, „aber es läuft relativ reibungslos, da sträubt sich keiner“.

Die meisten der 125 Bewohner seien bereits geimpft, einige wenige wollten oder konnten aus medizinischen Gründen nicht. „Die Impfungen haben für Entspannung gesorgt – wobei allerdings noch nicht geklärt ist, ob die Geimpften weiterhin Viren übertragen können“, so Kumberger. dennoch: „Wir haben hier im Haus Lohholz Glück gehabt und sind vor Infektionen verschont geblieben.“

Die Situation im Haus Mangfalltal der Senioren- und Pflegeheim GmbH in der Oberen Breitensteinstraße bringt Geschäftsführerin Sonja Böhm kurz und bündig auf den Punkt: „Der Betrieb läuft reibungslos, Corona-Infektionen gab’s bei uns nicht, unser Hygienekonzept greift und 40 Bewohner, die es wollten, sind geimpft worden.“

Normaler Betrieb
mit täglichen Tests
für Besucher

„Derzeit gibt es bei uns keinen positiven Corona-Fall“, freut sich Michael Koller, Heimleiter im Haus der Begegnung und Pflege am Wendelstein, dessen Träger die Curanum Betriebs GmbH ist. „Quarantäne-Fälle allerdings immer mal wieder aufgrund von Krankenhausrückkehrern oder Neuzugängen“, sagt Koller. „Unsere Besuchsregelungen und täglichen Testungen sorgen für normalen Betrieb.“

Knapp 50 der 82 Bewohner seien geimpft, „zwölf möchten sich nicht impfen lassen“. Seit der ersten Infektionswelle habe es in dem Pflegeheim keinen aktiven Fall mehr gegeben.

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