Kolbermoor – Das große Wort lautet „Hygienemaßnahmen“: Um auch die Gottesdienste wieder feiern zu dürfen, mussten vor rund einem Jahr verschiedene Maßnahmen getroffen werden. Und so wurde auch bei der Stadtkirche das Hygienekonzept der Diözese Freising umgesetzt, um Gottesdienste feiern zu können: Unter anderem muss jeder einen Mundschutz tragen, Desinfektionsmittel muss aufgestellt werden und es müssen die Abstände zum Sitznachbarn eingehalten werden. Maßnahmen, die sich relativ schnell umsetzen ließen.
30 Helfer
aktiv dabei
Allerdings braucht es für die Umsetzung auch ehrenamtliche Helfer – die sogenannten Gebetsordner. Ohne sie kann in der Kolbermoorer Stadtkirche kein Gottesdienst erfolgen. Deshalb hat die Pfarrei auch gleich zu Beginn der Gottesdienste, die seit 10. Mai 2020 wieder gefeiert werden können, Gebetsordner eingesetzt.
Einer von ihnen ist Hans Jürgen Opitz (51). „Meine Tochter ist Ministrantin und sie sagte, da kannst du mitmachen. Dann gehen wir zusammen hin“, erzählt der Kolbermoorer, dem die Kirchenbesuche wichtig sind. Gesagt, getan. Aber das Töchterchen war nicht der einzige Grund für sein Engagement: „Ich möchte was zurückgeben, nicht nur nehmen“, sagt er. Er ist ein Mann der ersten Stunde, von Anfang an engagiert er sich als Gebetsordner. „Ich möchte aktiv mitgestalten“, sagt der Kolbermoorer, der seit 2017 regelmäßig an den Gottesdiensten teilnimmt und auch ehrenamtlich bei der Kirchenverwaltung aktiv ist. Und so ist er jeden Sonntag als Gebetsordner in der Kirche Wiederkunft Christi aktiv – da kann er schnell mit dem Radl hinfahren, denn er wohnt in Kolbermoor Süd.
Und was sind seine Aufgaben? Eine halbe Stunde vor Beginn des Gottesdienstes ist er vor Ort – an Sonntagen sind sie zu dritt. Bei den anderen Gottesdiensten unter der Woche und am Samstag schafft es einer alleine. Dann gibt es eine Liste, auf denen die Daten der angemeldeten Gottesdienstbesucher stehen, die sich im Vorfeld angemeldet haben. Mussten sie schon mal unangemeldete Besucher wegschicken, weil die Gotteshäuser überfüllt waren? „Ja, das kam vor und das ist natürlich sehr traurig“, erklärt er.
Listen abhaken,
Platz zeigen
Zu seinen Aufgaben gehört auch, dass er vor der Kirche steht, die Besucher begrüßt, die Listen samt den Namen und Adressen zur Nachverfolgung abhakt und sie an den nächsten ehrenamtlichen Gebetsordner verweist, der die Gäste zu ihrem Platz bringt. Mittlerweile kenne er schon viele – „und als ich einige Besucher schon von Weitem mit Namen angesprochen habe, haben sie sich gefreut“, erzählt er. Es sind die kleinen Dinge in diesen Zeiten.
Insgesamt sind es 30 Gebetsordner bei der Stadtkirche. Das klingt nach viel – ist es aber nicht, sagt Pastoralassistentin Barbara Huber, die die Ordner mit einteilt. Schließlich benötige man bei den Gottesdiensten am Sonntag je drei von ihnen. Bei den anderen Feiern werktags und am Samstag reiche einer aus, erklärt sie.