Einsatz-Betrieb von der Baustelle aus

von Redaktion

Sanierung der Feuerwehrwache schreitet voran – Fertigstellung im Spätherbst

Kolbermoor – Gerade mal vier Minuten: Nicht länger braucht die Kolbermoorer Feuerwehr im Schnitt, bis nach einem Alarmeingang das erste Fahrzeug das Gelände an der Haßlerstraße verlässt. Eine tolle Leistung, vor allem weil die Kolbermoorer Feuerwehr ja keine Bereitschaft hat, die Frauen und Männer also erst von Zuhause oder ihrem Arbeitsplatz anfahren müssen. Voraussetzung dafür ist eine grundlegende Feuerwehrtugend: Alles, aber auch wirklich alles, selbst das kleinste Ding, hat seinen festen Platz, denn im Alarmfall muss der Zugriff darauf wie im Schlaf erfolgen können.

Umbau ist eine
Herausforderung

Von daher ist verständlich, dass die Feuerwehrler den Umbau ihrer Wache durchaus als Herausforderung empfinden, denn Ordnung und Beständigkeit ist nicht gerade das, was eine Baustelle auszeichnet. Deutlich wird das an einem fast skurrilen Detail: Die Getränkeautomaten für Wasser oder Saft nach den Einsätzen beziehungsweise bei Besprechungen findet sich derzeit in der zukünftigen „Behinderten“-Toilette.

Nun sind die Automaten sicher nicht einsatzrelevant, lästiger für die Feuerwehrler ist da vielleicht schon, dass auch die Spinde mit ihrer Einsatzkleidung, die derzeit noch in der Fahrzeughalle stehen, immer wieder mal hin und hergeschoben werden müssen: Immer dann, wenn von oben, von der ebenfalls im Umbau befindlichen Turnhalle wieder neue Versorgungsleitungen herunterkommen.

Atemschutzwerkstatt
wird viel größer

Und auch ganz grundsätzlich bestimmt der Baufortschritt viel vom Feuerwehralltag. Zukünftig wird es zum Beispiel eigene Umkleideräume geben, dafür aber muss in dem vorgesehenen Raum noch eine Wand entfernt werden. Das aber ist erst möglich, wenn die Station, in der die Atemschutzgeräte gereinigt, gefüllt und geprüft werden, umziehen kann. Deren neue Unterbringung ist fast, aber eben noch nicht ganz fertig.

Positiv daran: auch die Atemschutzwerkstatt wird deutlich größer und bekommt den neuesten technischen Stand. Auf dem ist auch die Zentrale, die schon fertig ist, bis vor kurzem aber noch provisorisch in einem durch eine Holzwand abgetrennten Teil der Fahrzeughalle untergebracht war, in dem jetzt gerade das Baulager für die noch laufenden Arbeiten ist.

Besonderen Respekt zollen muss man in dem Zusammenhang deshalb Hubertus Schmid, Andreas Paukert und Armin Hörl, der gleichzeitig auch der stellvertretende Kommandant ist: Die drei sind die Gerätewarte der Kolbermoorer Feuerwehr, fest angestellt bei der Stadt, und sie sind es, die während der Bauphase vor allem mit Hin- und Herräumen beschäftigt sind. Nicht vergessen werden sollte aber auch das Team von der Gebäudereinigung, denn der Kampf gegen den Staub gleicht in einem Gebäude, das im laufenden Betrieb umgebaut wird, dem Kampf gegen Windmühlenflügel.

Und natürlich ist da die Leistung der Feuerwehrler selbst, denn die Einsätze nehmen ja keine Rücksicht darauf, dass die Feuerwehr im Umbau war und ist. Gut 200-mal muss man im Schnitt pro Jahr ausrücken, wie Kommandant Franz Wudy erläutert, mittlerweile meist für technische Hilfeleistungen. Übrigens aber auch dann, wenn ein Brandmelder einen Alarm ausgelöst hat, von den Bewohnern oder Angestellten des betroffenen Gebäudes aber per Telefon sofort die Entwarnung nachgeschoben wird, dass es sich hier um einen Fehlalarm handele. Diese Mitteilung, so erklärt Wudy, könnte ja auch eine Falschnachricht eines Brandstifters sein, weshalb das Ausrücken zwingend vorgeschrieben ist.

Trotz aller mit dem Bau verbundenen Lästigkeiten – im Grunde ist die Kolbermoorer Feuerwehr natürlich sehr dankbar für den Umbau, wie Kommandant Wudy meint. Denn die neuen Räume und vor allem die neue Technik darin machen den Feuerwehralltag doch sehr viel einfacher.

Für den Laien wird das vielleicht am deutlichsten durch den Schlauchturm, einst das Wahrzeichen jeden Feuerwehrhauses. In Kolbermoor wird er nicht mehr benötigt, weshalb er jetzt das neue Treppenhaus aufnimmt. Die Schläuche werden im Keller in einer neuen Schlauchwaschanlage gewaschen und können dort in einem Trockenschrank auch gleich getrocknet werden, das Ganze über einen neuen, großzügig dimensionierten Aufzug bequem zugänglich. All die Erleichterungen kein Luxus, denn hervorragende Arbeit setzt einfach entsprechend gute Arbeitsbedingungen voraus. Die aber sind, wenn die Umbaumaßnahmen erstmal überstanden sein werden, für die Kolbermoorer Feuerwehr zweifelsfrei gegeben. Fertig sein soll alles im Spätherbst.

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