Kolbermoor – Um den Kauf einer „schlüsselfertigen Kindertageseinrichtung in der Spinnerei“ drehte es sich bei der jüngsten Stadtratssitzung. Einstimmig votierte das Gremium des Stadtrates für den Kauf der Kita für rund vier Millionen Euro. Im Vorfeld des Entschlusses präsentierte Max von Bredow, Vorstandsvorsitzender der Quest AG Kolbermoor, das Bauvorhaben. Die Kita soll in dem sogenannten C1-Gebäude entstehen. Es handelt sich um einen fünfstöckigen Bau, der im Erdgeschoss die Kita beherbergen soll – in den oberen Etagen sollen Wohnungen entstehen, informiert er das Gremium.
Platz für rund 100
Mädchen und Buben
Platz haben sollen dort zwei Kindergartengruppen (50 Plätze) sowie zwei Krippengruppen (24 Plätze). Den Garten mit einer Fläche von rund 1000 Quadratmetern auf dem Areal nutzt ausschließlich die Kita-Einrichtung. Geplant seien dort Spielgeräte aus Holz. „Das passt in den Park“, so von Bredow. Er sprach auch noch die Stellplätze an: Zwei gebe es in der dortigen Tiefgarage, neun im Außenbereich, die für den Kindergarten reserviert seien. Obendrein soll es elf Radlstellplätze geben.
Diskussionsbedarf sahen einige Räte bei dem veranschlagten Preis von vier Millionen Euro: Andrea Rosner (Grüne) rechnete vor, dass die Kita – ohne Außenbereich – mit einer Größe von etwa 610 Quadratmetern rund 6400 Euro pro Quadratmeter koste. „Da liegen wir im Luxusbereich“, sagte sie. Ob man denn das Angebot in Höhe von vier Millionen Euro halten könne, fragte sie. Von Bredow erklärte daraufhin, dass man immer in etwa eine Million Euro pro Kitagruppe rechnen könne. „Wir wollen da kein Geld verdienen“, sagte er. Bürgermeister Peter Kloo (SPD) erklärte hinsichtlich der Kosten, dass „eine Million Euro pro Gruppe reell“ sei. Dem stimmte auch Dieter Kannengießer (Parteifreie Kolbermoor) zu. „Das Angebot ist angemessen gut“, sagte er. Sebastian Daxeder (CSU) merkte noch an, dass man ja nicht genau wisse, was man bekomme, wie denn der Kaufvertrag aussehe. Kloo erklärte daraufhin: „Wir wissen, dass wir etwas Vernünftiges bekommen.“ Der Kaufvertrag werde dem Stadtrat noch vorgelegt.
Ein weiterer Diskussionspunkt war die Parkplatzsituation: Ob die Stellplätze denn ausreichten, fragte Daxeder. Obendrein sei er mit der Ausrichtung der Parkplätze nicht glücklich. Denn beim Rausfahren „müsse viel rangiert“ werden, erklärte er den Räten. „Sie sind im Bebauungsplan so festgelegt“, informierte daraufhin von Bredow. Rathauschef Peter Kloo sagte, dass es sich bei der Straße ja nicht um die Staatsstraße handele. „Wir müssen hier eh über Tempo 30 nachdenken“, sagte der Bürgermeister. Obendrein sprach Kloo die Anzahl der Stellplätze an: „Wir müssen lernen, dass wir für den Bring- und Holverkehr keine 20 bis 30 Parkplätze zur Verfügung stellen können.“ Obendrein solle es ja auch Besucherparkplätze im Quartier geben.
Dagmar Levin (SPD) fand, dass „viel zu viel über die Autos gesprochen werde. Es ist für Kinder da, nicht für Autos.“ Sie bescheinigte von Bredow eine „gelungene Planung, die durchdacht ist“, insbesondere der Außenbereich habe „viel Charme.“ Kurz: „Es ist ein Traum für Kinder.“
Beim Preis im
„Luxusbereich“
Christian Demmel (AfD) fand die Vorstellung ebenfalls „super“, sah aber ein Problem: „Die Integration des Kindergartens in ein Wohnhaus.“ Er befürchtete, dass „lärmempfindliche Bewohner sich an den Kindern stören könnten.“ Bürgermeister Peter Kloo sagte daraufhin, dass „sich eine Kita problemlos in einen Wohnbereich einfügt.“ Und dass man sich davon verabschieden müsse, dass unbegrenzt Flächen zur Verfügung stehen: „Uns geht der Platz aus.“ Kloo betonte, dass man die Kindertageseinrichtung auf den Weg bringen müsse – auch wegen der Bedarfsplanung. „Wir müssen 2024 fertig sein“, erklärte der Rathauschef dem Gremium.