Kolbermoor – Für viele Passanten überraschend war er plötzlich da: Der neue Maibaum am Platz vor dem Alten Rathaus in Kolbermoor wurde jetzt ohne öffentliche Ankündigung und leider auch ohne das übliche Fest aufgestellt. Nach Angaben von Christian Poitsch vom Stadtmarketing erledigte der städtische Bauhof mit technischer Unterstützung des Kolbermoorer Unternehmers Eugen Engl die Arbeiten „ganz coronakonform“.
Strenge Regularien
vorgeschrieben
Für das Aufstellen von Maibäumen habe das Bayerische Gesundheitsministerium heuer nämlich eigene strenge Regularien erlassen. Demnach wären auch hierfür die allgemeinen Kontaktbeschränkungen, abhängig vom Inzidenzwert, maßgeblich.
Gemäß der Zwölften Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung konnte der Bauhof den Baum jedoch aufstellen, da dies unter die Regelung „im Rahmen (schlicht-) hoheitlicher Tätigkeit (durch eigene Mitarbeiter der Gemeinde in deren Auftrag) oder in Ausübung einer ehrenamtlichen Tätigkeit in einer Körperschaft des öffentlichen Rechts“ geschah, und zwar „nur soweit und solange das Zusammenwirken der beteiligten Personen zwingend erforderlich“ war.
Wie berichtet, wollten eigentlich die beiden Kolbermoorer Trachtenvereine „Mangfalltaler“ und „Immergrün“ den von Wast Voit gestifteten, 28 Meter hohen Baum pünktlich zum 1. Mai aufstellen. Diese Pläne mussten sie jedoch pandemiebedingt auf Eis legen. In der Zwischenzeit wurde das Traditionsstangerl aber – coronakonform im Dreierteam – hergerichtet und mit dem Anstrich versehen. Die Taferl sollen in diesen Tagen noch angebracht werden.
Der Vorgänger-Maibaum war 2016 aufgestellt worden. Er musste im März vergangenen Jahres jedoch bereits umgeschnitten werden. Schon damals einigte man sich, im normalen Fünf-Jahres-Turnus zu bleiben und den nächsten Baum 2021 aufzustellen. Dass dies nicht im gewohnten Rahmen würde stattfinden können, war den Beteiligten schon länger klar. Auch hatte man bewusst auf eine Ankündigung verzichtet, um eine eventuelle Ansammlung von zu vielen Zuschauern zu vermeiden. el