Kolbermoor – „Unsere Staatsstraße soll nicht ausschauen wie die Strandpromenade in Rimini, an der sich alle 100 Meter Getränke- mit Unterhosenwerbung abwechselt.“ So kommentierte Bürgermeister Peter Kloo (SPD) den einstimmigen Beschluss des Kolbermoorer Bauausschusses, zwei beantragte Werbetafeln in der Aiblinger Au nicht zuzulassen.
Die Entscheidung benötigte keine Diskussion, denn der Stadtrat ist seit Langem der Meinung, dass großflächige Werbetafeln vielleicht im Bereich von Gewerbegebieten genehmigungsfähig sind, kaum aber im übrigen Stadtbereich und schon gar nicht – wie im vorliegenden Fall beantragt – im Außenbereich.
Ein Stadtbild lebe von Sichtachsen und vor allem in seinen Randbereichen von Ausblicken in die Landschaft, meint der Bürgermeister. Die Sicht auf Werbetafeln sei wohl kaum dazu zu zählen. Dennoch bekomme die Stadtverwaltung solche Anträge immer wieder auf den Tisch und habe damit doch einige Arbeit. Denn nicht selten werde gegen den ablehnenden Bescheid geklagt – in der Regel allerdings erfolglos.
Hilfreich wäre es hier, wenn die betreffenden Grundstücksbesitzer die dafür benötigten Quadratmeter Grund gar nicht erst an die meist überregionalen Werbetafelmakler vermieten würden, regt der Bürgermeister an. Es wäre dies aus seiner Sicht ein aktiver Beitrag zu „optischem Umweltschutz“, dessen Bedeutung man nicht unterschätzen solle. Johannes Thomae