Kolbermoor – Seit der Gründung der Feuerwehr Kolbermoor vor 125 Jahren (wir berichteten) haben die aktiven Mitglieder insgesamt circa 7500 Einsätze abgewickelt. Gemeinsam mit dem Mangfall-Boten hat sie einen Blick auf die herausragendsten und spektakulärsten davon geworfen.
Dazu zählte allen voran der Großbrand in der Baumwollspinnerei am 26. November 1898, der sich aufgrund der riesigen Mengen leicht brennbarer Stoffe in kürzester Zeit auf das gesamte Gebäude ausbreiten konnte. Bei dem Ereignis kam ein Spinnerei-Arbeiter ums Leben. Das Gebäude brannte bis auf die Grundmauern nieder.
Eiserne Brücke über
Mangfall stürzt ein
Am 13. September 1899 begann ein Hochwasser, das Bewohner und Feuerwehr zehn Tage lang in Atem hielt. Dabei brach der Damm, wodurch der Friedhof an der Mangfall überschwemmt wurde. Auch die eiserne Mangfallbrücke stürzte ein. Fast 40 Jahre nach diesem letzten großen Hochwasser wurde Kolbermoor am 30. Mai 1940 von einem noch schlimmeren heimgesucht. Diesmal brach der Werksdamm auf Höhe des Spinnerei-Turbinenhauses, und das Feuerwehrhaus stand unter Wasser.
Am 13. Februar 1960 musste die Wehr zur Firma Conradty ausrücken, wo durch eine Explosion ein Brand ausgelöst worden war. Dies war nicht der einzige in dieser Zeit. In den folgenden drei Jahren stand der Dachstuhl noch zwei weitere Male in Flammen. Im ersten Quartal 1983 standen mehrere Gebäude in Vollbrand. Am 27. Juni 1993 gab es einen Vollbrand einer Lagerhalle in der Spinnerei, wenige Monate darauf erneut in zwei weiteren Hallen. Am 5. Dezember 1993 wurde das Tennisheim in der Hermann-Löns-Straße ein Raub der Flammen, das Clubhaus brannte fast völlig aus. Am 25. August 1997 stand erneut der Dachstuhl der Firma Conradty in Flammen, vom Dach des großen Industriegebäudes blieb nicht mehr viel übrig. Am 4. März 1998 wurden die Floriansjünger zur Firma Voss-Chemie gerufen, wo die Lagerhalle in Vollbrand stand. Die Löscharbeiten hielten bis in den Abend hinein an.
Hagelunwetter fegt
durch die Region
Bei einem tragischen Verkehrsunfall am 13. Mai 1999 waren auf der Staatsstraße mehrere Pkw beteiligt, deren Insassen zum Teil eingeklemmt waren und befreit werden mussten. Am 4. August 2001 dann das schwere Hagelunwetter, das vielen noch in Erinnerung ist. Dabei unterstützte die Kolbermoorer Wehr die Kameraden in Bruckmühl, wo der Ortsteil Götting besonders stark betroffen war.
Aufwendig war auch der Einsatz 2008, als es durch einen Unfall zu einer Verunreinigung der Mangfall durch Kühlöl im Bereich des Conradty-Geländes kam: Erst nach einer Woche konnte die Situation unter Kontrolle gebracht werden. Im August 2002 hatte nicht nur Kolbermoor mit Hochwasser zu kämpfen, sondern auch die Stadt Dessau in Sachsen-Anhalt. Zusammen mit anderen Feuerwehren aus Landkreis und Stadt Rosenheim war die Wehr im Rahmen des Katastrophenschutzes dort im Einsatz.
Zu einem schweren Unfall kam es am 4. Dezember 2011, als ein Milchtransporter auf der Staatsstraße mit einem Pkw kollidierte und anschließend ein Wohngebäude rammte. Die Staatsstraße war für mehrere Stunden komplett gesperrt. Zu schwersten Ereignissen kam es dann in den Jahren 2013 und 2016. Zum Ende der Pfingstferien 2013 überraschte das Jahrhundert-Hochwasser die Region und traf Kolbermoorer schwer. Unvergessen bleibt der Einsatz bei dem schweren Zugunglück am 9. Februar 2016, als zwei Personenzüge auf der Bahnstrecke zwischen Bad Aibling und Kolbermoor frontal zusammenstießen, Dabei verloren zwölf Menschen ihr Leben, über 80 wurden zum Teil schwer verletzt.