Kolbermoor – „HWS Kolbermoor BA6 – Deichneubau mit Innendichtung Mangfall, Flusskilometer 11,7 bis 10,3“ – so steht es auf der großen Bautafel an der Umgehungsstraße (Staatsstraße 2078) knapp 400 Meter westlich des Pullacher Kreisels. Die Maßnahme wird vom „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ mitfinanziert und dient dem „Ausbau der klimabedingten Risikoprävention zum Schutz von Siedlungsgebieten und Infrastruktur“.
Mangfalldamm
wurde neu aufgebaut
Den ersten Schwerpunkt der Schutzmaßnahme bildet dabei die Errichtung eines circa 650 Meter langen Deiches, der vom bestehenden südlichen Mangfalldamm nahe der Mangfallbrücke entlang des Auwaldes einen Bogen bis zur Umgehungsstraße zieht (wir berichteten). Mit dem neuen Damm soll das Wohngebiet „Pullacher Au“ vor einem Jahrhunderthochwasser geschützt werden.
Als Auftakt der Bauarbeiten wurde zunächst der südliche Mangfalldamm auf einer Strecke von rund 200 Metern – beginnend an der Mangfallbrücke an der Aiblinger Straße in Richtung Westen – abgetragen und zusammen mit einer Baustraße neu aufgebaut. Dort beginnt die neue Deichtrasse, auf der bereits der Oberboden bis zum tragfähigen Untergrund entfernt wurde. Außerdem wurden Teilbereiche der Weiherkette (Fischteiche) zum Überbau mit dem Hochwasserschutzdeich überschüttet. Inzwischen begann vom Mangfalldamm aus die Deichschüttung in Richtung Staatsstraße 2078.
Zudem erfolgte eine Verrohrung unter der Aiblinger Straße zur Ableitung des Gererbachs bei Hochwasser in der Mangfall.
„Der Gererbach fließt unter der Umgehungsstraße in den Auwald. Bei einem großen Hochwasser-Ereignis kann es zu einem Rückstau kommen, deshalb wird er in diesem Fall umgeleitet entlang des Deichs in einem offenen Graben, durch die Teiche und auch durch Rohre entlang der Bebauung. Bei normalem Wasserstand fließt der Gererbach weiterhin in den Auwald“, erläuterte Baurätin Iris Reitinger-Eß unserer Zeitung. Sie ist die verantwortliche Projektleiterin des Wasserwirtschaftsamtes Rosenheim, das für die Bauoberleitung zuständig ist. In den kommenden sechs bis acht Wochen soll die Schüttung für den Deich fertiggestellt werden, der anschließend mit einer „Erdbetonwand“ als Innendichtung verstärkt wird. Dabei werden in das Deichbauwerk Doppel-T-Stahlträger zusammen mit einer Betonmischung eingebracht.
Den Abschluss der Deicharbeiten, die bis November 2021 beendet sein werden, bilden dann die Fertigstellung des Deichweges und der Böschungen. Die Arbeiten werden von der Firma Habau aus Perg in Oberösterreich ausgeführt.
In der Zwischenzeit läuft die Ausschreibung für den zweiten Schwerpunkt der Hochwasserschutzmaßnahme. Dabei wird entlang der Umgehungsstraße (Staatsstraße 2078) vom Deichende in Richtung Willing eine rund 600 Meter lange Spundwand-Barriere errichtet. Der Baubeginn für diese Projekt ist Iris Reitinger-Eß zufolge für den Herbst vorgesehen.