Kolbermoor – Unmittelbares Erleben führte zu einer Wortmeldung von Caroline Schwägerl (Grüne) am Ende der jüngsten Bauausschuss-Sitzung. Sie sei mit dem Fahrrad zur Sitzung gekommen, habe dabei den Weg über die Untere Mangfallstraße genommen und dabei festgestellt, dass diese Straße nicht ungefährlich sei: Die vielen parkenden Autos zwängen einen immer wieder zum Ausweichen und man komme dabei dem fließenden Verkehr gefährlich nah. Für Bürgermeister Peter Kloo zeigt das Erlebnis ein Dilemma auf, das zwar im Grunde gar nicht vorhanden sein sollte, in der Praxis aber kaum zu lösen ist. Um den Verkehr im Bereich südlich der Mangfall für alle Verkehrsteilnehmer sicher zu machen, habe man dort eine Tempo-30-Zone eingerichtet. Würden sich alle daran halten, wäre die Straße seiner Meinung nach sowohl für Radler und Fußgänger als auch für Autofahrer sicher zu benutzen. Weil dem aber nicht so sei, habe man sich nach gründlicher Überlegung dafür entschlossen, an einigen ausgesuchten Stellen Parkmöglichkeiten zu kennzeichnen. Diese helfen, so der Bürgermeister, auf natürliche Weise das Tempo in dieser Straße einzubremsen. Ohne die geparkten Autos wäre die Straße eine schnurgerade, relativ breite Strecke, an der die Tempobegrenzung wahrscheinlich nur ganz selten eingehalten würde. Dass diese geparkten Autos nun offenbar das Radeln schwieriger gestalteten, hänge wieder mit dem Grundproblem zusammen: Mangelnde Rücksicht der Verkehrsteilnehmer aufeinander mache allen Beteiligten das Leben schwer. Die Anregung von Schwägerl, dass hier bereits eine erste Aufgabe für die ab Juni neu geschaffene Stelle eines Mobilitätsmanagements zu sehen sei, wurde von der Verwaltung aufgenommen. Sie soll sehen, ob hier noch Optimierungsmöglichkeiten sind. Doch wirklichen Erfolg wird ihr Bemühen nur haben können, so die Einschätzung des Bürgermeisters, wenn Auto- wie Fahrradfahrer bereit sind, aktiv mitzumachen. Johannes Thomae