Enges Nadelöhr großzügig aufgebohrt

von Redaktion

Neue Tonwerk-Unterführung mit Anschlüssen an Berg- und Haßlerstraße bald fertig

Kolbermoor – Sie wurde mehr und mehr ein Ärgernis für Autofahrer – ein Nadelöhr für den fließenden Verkehr zwischen der Haßlerstraße und Bergstraße im Kolbermoorer Zentrum: die Tonwerk-Bahnunterführung. Sie hatte eine lichte Weite von nur 4,50 Meter, der Verkehr wurde einspurig geführt, der Gegenverkehr musste immer warten, und für die Fußgänger gab’s nur einen schmalen Streifen.

Einstimmiger Stadtratsbeschluss
für Baumaßnahme

Im November 2019 machte der Stadtrat Nägel mit Köpfen und sorgte mit einstimmigem Beschluss für das baldige Ende dieses Zustands. Ein halbes Jahr später rückten Bagger und Baumaschinen an und nach knapp 13-monatiger Bauzeit steht das großzügige Ersatzbauwerk kurz vor seiner Vollendung. „Die Tonwerk-Unterführung ist im Prinzip fertig“, sagte Andreas Meixner, Bauamtsleiter der Stadt Kolbermoor, dem Mangfall-Boten auf Anfrage. „Bis auf die Asphaltarbeiten, die werden im Zuge des Straßenbaus durchgeführt.

Der läuft derzeit hauptsächlich auf der Nordseite der Bahn in der Bergstraße“, so Meixner. Dort werde die Fahrbahn abgesenkt auf das Niveau der Unterführung sowie Gehwege gebaut, einschließlich Querungshilfen. „Auf der Südseite wird die Anbindung des Kreisels an die Unterführung bald fertig sein. Auch hier werden noch die Gehwege angeschlossen, in Kürze sind diese Arbeiten aber beendet.“

Zukünftig stehen laut dem Bauamtsleiter dem Verkehr zwei Fahrbahnen zur Verfügung, zudem auf jeder Seite ein Geh- und Radweg mit einer Breite von jeweils 2,80 Meter.

„Coronabedingte zeitliche Verzögerungen gab’s während der Bauzeit nicht“, freute sich der Bauingenieur. Die Eröffnung sei für die dritte Juli-Woche geplant, „wir hoffen natürlich auf das öffentliche obligatorische Banddurchschneiden im Beisein von geladenen Gästen“, aber das sei nicht sicher. „Schauen wir mal, was die Infektionsschutzverordnungen dann zulassen.“

Für die Beseitigung des Nadelöhrs muss die Stadt etwas tiefer in die Geldschatulle greifen: Kalkuliert wurde zunächst mit Erstellungskosten von rund drei Millionen Euro. „Im laufenden Haushaltsjahr wurden 1,2 Millionen Euro als Ansatz für die Baumaßnahmen Bergstraße und Haßlerstraße eingestellt“, sagte Kämmerin Irmgard Pross-Kohlhofer unserer Zeitung.

Der Neubau der Tonwerk-Unterführung werde rund 450000 Euro kosten, Rampen und Straßenanbindungen etwa 800000 Euro und die Fußgängerstege seien mit 220000 Euro kalkuliert. Die Bundesbahn DB Netz werde sich laut der Kämmerin mit 720000 Euro beteiligen, sodass die Stadt rund 750000 Euro zu stemmen hat.

„Das sind enorme Kosten, aber wichtig ist uns, die Stadtentwicklung vernünftig voranzubringen“, betonte Zweiter Bürgermeister Dieter Kannengießer (Parteifreie Kolbermoor) im Gespräch mit unserer Zeitung. Derzeit vertritt er urlaubsbedingt Bürgermeister Peter Kloo (SPD).

Verkehrsfreigabe voraussichtlich
Ende Juli

„Es war ein lang gehegter Wunsch aus der Bevölkerung aber auch der Verwaltung der Stadt Kolbermoor, dass dieses Nadelöhr erweitert und die Verbindung zur Siedlung vernünftig ausgebaut wird“, so Kannengießer. „Ich hoffe, dass wir Ende Juli die Maßnahme soweit fertig haben, dass wir den Bereich für den Verkehr freigeben können.“

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